Hirnimplantat überbrückt Rückenmarksverletzung

Ein Bericht der New York Times vom 13.04.2016 stellt den ersten funktionierenden Fall einer überbrückten Rückenmarksverletzung durch ein Hirnimplantat vor. Sensoren geben Hirnströme und somit Denkprozesse direkt an die Muskeln des Patienten weiter. Im beschriebenen Fall kann ein Patient mit einer massiven Rückenmarksverletzung (Quadriplegia) nun seine Hand so bewegen, dass er sogar ein Gitarren Videospiel beherrscht. Eine Sensation, wenn man bedenkt, dass der Patient eigentlich nur Bewegungen in den Schultern und den Oberarmmuskeln ausführen kann.

Mobilitätsproblem in wenigen Jahren gelöst

Die Übertragung der Informationen an die Muskeln des Patienten sind nun zwar möglich, weitere Entwicklungen sind aber dennoch notwendig.
Im Moment ist ein ganzes Labor notwendig um die Datenübertragung zu gewährleisten. Aufgrund der rasanten, technischen Entwicklungen könnte in wenigen Jahren eine mobile Version dieser Technologie zur Verfügung stehen.

Zahlt die Krankenversicherung die Behandlung?

Nun, genau lässt sich so etwas im Vorfeld nicht klar darstellen. Jedoch gibt es positive Entwicklungen im Bereich Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen. Für einige gelähmte Personen kommt die Nutzung eines Exoskelettes in Frage. Dieses Hilfsmittel erlaubt Personen mit bestimmten Rückenmarksverletzungen das selbstständige laufen. Dadurch wird der gesamte Organismus des Patienten positiv beeinflusst.
Es sind bereits 5 Fälle bekannt, in denen Krankenkassen die 60.000€ teuren Hilfsmittel bezahlten, inklusive der Reha Maßnahme die zusätzlich pro Monat 15.000€ kosten kann.
Es wird also fallabhängige Entscheidungen zu Kostenübernahmen geben. Bei Privaten Krankenversicherungen entscheidet darüber hinaus auch der Inhalt der Versicherungsbedingungen über die Bereitschaft zur Zahlung. Ein Ausschluss wäre zum Beispiel ein geschlossener oder beschränkter Hilfsmittelkatalog.

Hilfsmittel in der Privaten Krankenversicherung

Privatpatienten können bessergestellt sein als gesetzlich versicherte, müssen es aber auch nicht sein. Schließt eine private Krankenversicherung zum Beispiel geschickt den medizinischen Fortschritt in den Tarifbedingungen aus, gibt es für solche Neuentwicklungen sicher keine Leistungszusage.
Verfügt jedoch der Versicherungsvertrag über eine „offene Formulierung“ sieht es für den Patienten besser aus:

Erstattungsfähig sind die Aufwendungen für technische Mittel und Körperersatzstücke, die Behinderungen, Krankheits- oder Unfallfolgen unmittelbar mildern oder ausgleichen sollen, sowie für Behandlungs- und Kontrollgeräte….

 

Es sollten keine Einschränkung auf bestimmte, namentlich bezeichnete Hilfsmittel bestehen und auch keine Beschränkungen wie „einfache oder mittlere Ausführung / Standard“ enthalten sein.

Schön wäre natürlich, wenn dieser Fortschritt jedem Patienten gleichermaßen zur Verfügung stehen könnte, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Wichtig für Kassenpatienten: Ambulante Zusatzversicherung Privatpatient beim Arzt