Woran erkennt man eine gute Krankenversicherung für Beamte?

Teil 1: Gemischte Heilanstalten

Eine gute Krankenversicherung für Beamte mit Beihilfeanspruch zu finden ist gar nicht so einfach. Auf den ersten Blick bieten alle Gesellschaften in den Werbeprospekten das gleiche Programm:

Einbettzimmer, Chefarztbehandlung als Privatpatient und günstige Beiträge.

Wer meint, dass man Werbeprospekten grundsätzlich mistrauen sollte, liegt völlig richtig. Es verhält sich mit den Angaben in solchen Prospekten grundsätzlich wie mit den Verbrauchsangaben von neuen Autos. Man kann machen was man will, irgendwie verbraucht der „neue“  locker 30% mehr als im Katalog angegeben.
Das schöne bei Autos: wenn sie nicht halten was versprochen wurde, fliegen die Karren wieder raus. Wenn man eine Krankenversicherung braucht und merkt, dass die doch nichts taugt, kann man die Krankenversicherung meist nicht mehr wechseln. Ist man erst einmal  in der Situation wirklich die Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu müssen, lässt der Gesundheitsstatus einen Wechsel nicht mehr zu.

Es gibt bis zu 1400 Punkte, die bei einer privaten Krankenversicherung Beachtung finden können, einige möchten wir hier näher beleuchten. Dabei werden Sie sehen, dass Chefarzt und Einbettzimmer eine tolle Option sind, aber nur wenn die Basics des Vertrages stimmen. Grundsätzlich gilt: Die Einschränkung des SGB V, die für die gesetzliche Krankenversicherung gelten, gelten nicht für die privaten Anbieter.
Der Patient hat bei der privaten Krankenversicherung  immer Anspruch auf „Heilung und Behandlung nach ärztlicher Kunst“. Im Gegensatz dazu leistet die GKV nach folgender Definition(§ 12 SGB V): „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“

Doch auch private Anbieter können in den Vertragsinhalten kostspielige Ausschlüsse aufweisen.

Gemischte Heilanstalten

Krankenhäuser, die auch Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen vornehmen und nicht nur Akutbehandlungen durchführen, gelten als gemischte Heilanstalten.
In einigen Regionen können 30% der Krankenhäuser sogenannte gemischte Heilanstalten sein.
Das Problem: Viele Beihilfeversicherungen sehen in den Musterbedingungen vor, dass die Kostenübernahme für Behandlungen in diesen gemischten Heilanstalten nur nach vorheriger schriftlicher Zusage durch die Versicherung erfolgt.
Auch bei Akutfällen gibt es keine Ausnahmen, zumindest nicht in den Bedingungen. Geht es nach einigen Anbietern, müsste man theoretisch noch vor Einlieferung in ein Krankenhaus irgendwie an eine schriftliche Kostenübernahme des Versicherers kommen. Machen Sie das mal, wenn Sie im Krankenwagen liegen und gerade mit „Überleben“ beschäftigt sind. Vielleicht ist es auch weniger dramatisch und Sie haben sich nur die rechte Hand gebrochen. Auch in diesem Fall dürfte es schwierig sein, die Telefonnummer der Versicherung zu wählen. Außerdem dürften Sie nach den Bedingungen nur Montags bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr in einen Notfall geraten, oder glauben Sie, dass es schriftliche Kostenübernahmen am Freitag um 18 Uhr gibt…..oder am Wochenende…….oder zur Karnevalszeit ?

Nur wer in seiner Beihilfeversicherung über Vertragsbedingungen verfüg,t die ausdrücklich regeln, dass Behandlungskosten in solchen gemischten Heilanstalten auch ohne vorherige schriftliche Zusage übernommen werden, und zwar bei Akutbehandlungen sowie bei regulären Behandlungen, braucht keine Angst haben zum Schluss auf den Behandlungskosten sitzen zu bleiben.

Es gibt einige Versicherungen, die standartmäßig für ihre Kunden die vorteilhaften Vertragsbedingungen vereinbart haben,  zum Beispiel mit den Tarifen für Beamte

 

Hier : Urteil Gemischte Anstalt