Woran erkennt man eine gute Krankenversicherung für Beamte?

Teil 2 :Anschlussheilbehandlungen AHB

Nachdem im ersten Teil geklärt wurde, wo die Tücken der Krankenversicherung für Beamte im Bereich der gemischten Heilanstalten liegen, möchten wir auf einen weiteren Punkt hinweisen, die Anschlussheilbehandlung oder auch besser bekannt als Reha.

Eine Anschlussheilbehandlung folgt einer stationär behandelten Krankheit, oder stationär behandelten Unfallfolgen. Doch viele Beamte staunen nicht schlecht, wenn bei der privaten Beihilfeversicherung  die AHB ( Anschlussheilbehandlung ) verwehrt wird. Man sollte meinen so etwas gibt es nicht, aber weit gefehlt, einige Anbieter legen Wert darauf, solche Behandlungen abzulehnen. Das scheint wohl irgendwie den „guten Ruf“ zu fördern, wie wissen wir zwar nicht, aber es muss ja einen Grund haben solche fundamentalen
Grundleistungen abzulehnen.
Auch hier dürfte ein frustrierter Wechsel der Versicherung nicht mehr möglich sein, denn wer eine Reha benötigt, wird oft die Gesundheitsprüfung für einen Anbieterwechsel nicht mehr hinbekommen-also Prüfe wer sich ewig bindet!

 

 

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So finde ich den besten Anbieter

Die Regelungen zur AHB finden sich in den Musterbedingungen der Krankenversicherung für Beamte.
Eine Variation für eine Formulierung der AHB ist zum Beispiel diese hier:

Es muss sich um eine medizinisch notwendige Weiterbehandlung (Anschlussheilbehandlung) nach einem Aufenthalt im Akutkrankenhaus handeln,

  • · die Behandlung muss innerhalb von 14 Tagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beginnen,
  • · wir müssen vor Beginn der Behandlung eine schriftliche Zusage zur Höhe unserer Erstattungsleistung erteilt haben.

Klingt gut? Ist es aber nicht!

Wozu ist es notwendig eine vorherige schriftliche Kostenübernahmeerklärung von der Versicherung zu bekommen wenn es sich um eine medizinisch notwendige REHA handelt?  Es gibt Anschlussheilbehandlungen, die erst 4 Wochen nach der Krankenhausentlassung angetreten werden, z.B. nach Bestrahlungen oder Schlaganfällen. Man ist zeitlich eingeschränkt und benötigt eine Zusage, welche die Versicherung laut den Bedingungen geben kann, aber nicht muss.

Hier gibt’s noch eine:
Die Kosten werden bei den unten aufgeführten Diagnosen ebenfalls ohne vorherige schriftliche Leistungszusage im Fall einer medizinisch notwendigen Weiterbehandlung im Anschluß an die stationäre Behandlung erstattet, wenn die Anschlussheilbehandlung innerhalb von 4 Wochen nach Entlassung aus dem Akutkrankenhaus beginnt, wobei der Entlassungstag bei der Berechnung der Frist nicht mitzählt:

Herztransplantationen
Bypassoperationen
akutem Herzinfarkt und/oder Reinfarkt
Bandscheibenoperationen
Gelenkersatzoperationen
Hirninfarkt und -blutung (Schlaganfall)
schweren Schädel–-Hirnverletzungen
Krebsoperationen bzw. –bestrahlungen

Klingt besser? Stimmt, viel Besser! Keine vorherige schriftliche Bestätigung notwendig und 4 Wochen Zeit zur Behandlung.   Aber wäre es nicht besser wenn diese AHB Regelung ohne Begrenzung auf bestimmte Vorfälle formuliert wäre?

 

Vielleicht so?:

…… medizinisch notwendige stationäre Anschlussheilbehandlungen(AHB)müssen  innerhalb von 4 Wochen nach der stationären Akutbehandlung angetreten werden……

 Ist das die Optimale Lösung? Es kommt dem zumindest sehr nahe. Es ist keine vorherige schriftliche Kostenübernahme notwendig, es gibt eine 4 Wochenfrist anstatt einer 2 Wochenfrist zum Beginn der AHB. Eine Begrenzung auf bestimmte Erkrankungen besteht auch nicht.

Auch hier sind wieder die üblichen Verdächtigen die, die schlechte Regelungen in den Bedingungen für oder besser gegen den Kunden bereithalten.
Am besten man liest selbst genau nach. Wenn die Bedingungen als PDF geliefert werden ist das recht einfach. Über die „Suchen“ Funktion die Begriffe „ AHB“ oder „Rehabilitationsmaßnahmen“ oder „Anschlussheilbehandlungen“ eingeben und schauen was die Suche hergibt. Wer nicht in den Bedingungen suchen will und einen Tipp will, ist unter anderem bei dieser Beamtenversicherung gut aufgehoben.

 Fazit:

Beim Thema „Anschlussheilbehandlung“ kommt es auf den Text der Bedingungen an, man sollte darauf achten dass:

-keine vorherige schriftliche Leistungszusage eingeholt werden muss (Die Versicherung kann diese geben, muss es aber auch letztlich nicht)

-keine Begrenzung auf bestimmte Erkrankungen

-wenn möglich ohne zeitliche Begrenzung nach dem Krankenhausaufenthalt, wenn das nicht möglich ist, sollte wenigstens eine 4 Wochenfrist vorhanden sein

Weitere Themen :

Woran erkennt man eine gute Krankenversicherung für Beamte? Teil 1 Gemischte Heilanstalten