Achtung Versicherung

Der erste Schritt zu einer Versicherung besteht meist darin sich bei einem Versicherungsunternehmen online oder bei einem Vermittler zu informieren. Will man eine Versicherung abschließen, sollte man sich auf jeden Fall mehrere Angebote einholen und diese genau prüfen welche am besten auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wichtig sind natürlich die Laufzeiten, der Beitrag und die Zahlungen im Schadensfall, welche Ereignisse im speziellen Fall abgedeckt sind, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Gegen eine kleine Gebühr kann man sich auch von den Verbraucherzentralen oder vom Bund der Versicherer beraten lassen. Ganz gleich ob Haushalt, Haftpflicht, Kfz oder Lebensversicherung-keine Unterschrift ohne ausführliche Information und Beratung. Dies sollte in einer klaren und verständlichen Art geschehen.

Lebensversicherung – das Kleingedruckte zählt

Beim Thema Lebensversicherung zählen vor allem die Punkte wie hoch ist die Überschussbeteiligung und der Betrag – Rückkaufswert- den ein Versicherer zahlt, wenn die Versicherung vorzeitig beendet werden muss. Versicherungsunternehmen und Vermittler müssen ihre Kunden ausreichend informieren und beraten. Das Beratungsgespräch ist auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden auszurichten. Außerdem muss es dokumentiert werden. Ein Versicherungsnehmer der einen Lebensversicherungsvertrag kündigen möchte muss darauf hingewiesen werden, dass die Möglichkeit besteht den Vertag weiterlaufen zu lassen ohne Prämienzahlungen für eine bestimmte Zeit. Hat man sich einmal entschieden stellt man den Versicherungsantrag. Wird dieser dann vom Versicherer angenommen kommt es zu einem Versicherungsvertrag. Dann erhalten sie das wichtigste Dokument, die Versicherungspolice. Sie enthält die Vertragsparteien und alle wichtigen Informationen zu ihrer Versicherung. Die Einzelheiten zum Vertrag sind in den AVB geregelt, diese können je nach Vertrag mehrere Seiten betragen.

Versicherungsvertragsgesetz – Stärkung der Verbraucher

Das Versicherungsvertragsgesetz hat deutlich die Rechte der Versicherten gestärkt, so müssen die Versicherer ihren Kunden die Vertragsbestimmungen und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen überlassen, bevor dieser den Vertragsabschluss stellt. Diese Unterlagen müssen schriftlich, per Brief, Telefax, E-Mail oder auf einer CD übermittelt werden. Dazu gehört ebenfalls ein Produktinformationsblatt, dieses enthält in verständlicher Form die Informationen die für den Abschluss besonders wichtig sind.

Umbruch auf dem Versicherungsmarkt bei Lebensversicherungen

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Viele Bundesbürger erfreuten sich in den letzten Jahren an der rentierlichen Verzinsung ihrer Lebensversicherung und die Versicherer nahmen jahrzehntelang Milliardenbeiträge ein , da sie sich auf das vorhandene Sicherheitsbedürfnis der Bundesbürger in puncto Sicherheit im Alter verlassen konnte. Doch nun weht ein anderer Wind, nachdem der Garantiezins zum 01.01.2017 auf ein historisches Tief von 0,9 Prozent gesenkt wurde. Jetzt klafft bei den Versicherern ein tiefes Loch und man muss sich die Frage stellen-lohnt sich in dieser Zeit überhaupt noch der Abschluss einer klassischen Lebensversicherung?

Dazu gibt es verschiedene Meinungen auf dem Versicherungsmarkt. Die Generali setzt auf fondsgebundene Lösungen für die Altersvorsorge. So könnten die Kunden auch bei Zeiten von niedrigem Zins sich eine rentable Summe ansparen. Mit Ihrem Konzept erhalten die Kunden einen Teil der festgelegten Beiträge zurück, der andere wird je nach Anlagekonzept verzinst und ausgezahlt. Die verschiedenen Höhen der Anteile können gewählt und verschoben werden. Entscheident sind natürlich die Anlagestrategien.

Anbieter gehen unterschiedliche Wege

Der Anbieter Allianz geht einen großen Schritt weiter und empfiehlt keinen Abschluss einer klassischen Lebensversicherung mehr zu tätigen. Sie bieten stattdessen Vorsorgekonzepte an, die eine bessere Ertragschance besitzen. Unter 10 Prozent würden lediglich noch den Abschluss einer klassischen LV mit niedrigem Zins vorziehen. Ebenfalls bei der betrieblichen Altersvorsorge entscheiden sich nur noch wenige für die klassische Zukunftsrente mit Niedrigzins.

Die Debeka hingegen setze mehr auf Sicherheit bei der Kapitalanlage, bei ihnen besteht ein Großteil des Portfolios aus festverzinslichen Anlagen.

Auf die Veränderungen hin hat sich die Allianz gut eingestellt und eine hohe Summe an Reserven bereitgestellt, die Kapitalanlagen wurden weltweit gestreut.

Abgeschmettert wurde ja schon mal die Last, den Kunden eine lohnende Überschussbeteiligung zahlen zu müssen. Die Überschussbeteiligungen wurden von fast allen Versicherern für die klassischen Verträge stark gesenkt.

Am Ende muss man sagen das klassische Modell der Lebensversicherung hat ausgedient. Um ausreichend Erträge erzielen zu können setzen die Versicherer gern auf Portfolios. Investiert wird gerne in erneuerbare Energien sowie Immobilien.

 

weiterer Artikel: Zahlt Basler Lebensversicherung zu wenig aus?

Verbraucherschutz oft effizienter als BaFin?

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Schwarze Schafe unter den Versicherungen?

Immer mehr Versicherungskunden klagen über schlechte Zahlungen trotz Leistungsanspruch. Vor allem bei Lebensversicherungen und Autoversicherungen sind die Kunden unzufrieden mit den ausgezahlten Beträgen.

Aktuell haben wir gerade selbst über die Verbraucherzentrale Hamburg einige Fälle zur Prüfung der Ablaufleistung bei Lebensversicherungen in Auftrag gegeben. Die Policen der Basler Versicherung waren doch recht mager. Der Unterschied von versprochener Leistung zur tatsächlich gezahlten Leistung war beachtlich. Wir werden Berichten.

Bei der BaFin wurden bis Ende September bereits 6110 Einwände bearbeitet, davon allein 1374 von Kunden der Lebensversicherung und jeweils 1000 Kunden von Kfz und Krankenversicherungen.Die Kunden sind besonders unzufrieden über die Dauer der Schadenbearbeitung sowie über die Höhe der ausgezahlten Leistungen,-diese sind ihnen oft viel zu niedrig.

Alte Lebensversicherungen mit Widerrufsjoker

Einige Beschwerden kamen auch von Kunden die alte Lebensversicherungen besitzen, bei denen es möglich war wegen fehlerhafter Belehrungen den Vertrag jederzeit widerrufen zu können. Dieses Recht wurde den Kunden vom Bundesgerichtshof eingeräumt.Bei einigen gesonderten Fällen war dies aber nicht mehr möglich. Diese Fälle landen dann zur Klärung bei der Finanzaufsicht.

Bei der Rechtschutzversicherung kam der Ärger vor allem von VW Kunden mit Dieselfahrzeugen. VW wollte seinen Käufern eine Nachbesserung der Software anbieten damit waren die meisten aber nicht einverstanden. Sie verlangten Schadenersatzzahlungen oder wollten gar ganz vom Vertrag zurücktreten. Hierfür bestand aber bei den meisten Kunden keine Deckungszusage der Versicherer, da diese bei einem Rechtsstreit keine Chance auf Erfolg sahen.

Der Ombudsmann versucht dann in den meisten Fällen eine gütliche Einigung zu erzielen, ist dies nicht möglich kann er auch eine verbindliche Entscheidung treffen.Der Ombudsmann oder die Ombudsfrau haben die Aufgabe einer unparteiischen Schiedsperson. Sie sollen eine ungerechte Behandlung von Personen verhindern. Er soll einen Fall ohne großen bürokratischen Aufwand schlichten.

Er hat eine unabhängige Betrachtung des Falles, wägt beide Seiten von Argumenten ab und trifft eine Entscheidung nach Schaden Aufwand und Kostenfaktoren. Sein Ziel ist es für beide Seiten eine zufriedenstellende Lösung des Problems zu finden.

Verbraucherzentralen nicht vergessen, Bafin entscheidet oft nicht!

Die eigenen Erfahrungen mit dem BaFin belegen, dass nicht jeder Fall entschieden wird, in zwei Fällen die uns bekannt sind, wurde einfach nicht reagiert oder nur lappidar ein Formbrief erstellt. Erfolgsversprechend hingegen ist die Einschaltung des Verbraucherschutzes, zum Beispiel bei ungenügenden Ablaufleistungen in der Lebensversicherung. Irgendwie scheinen die den neuralgischen Punkt bei den Versicherern zu treffen. Da kann was gehen, wer selbst probieren möchte findet hier die richtigen Kontakte.