Privatpatient im Krankenhaus – kaum Unterschiede?

Krankenhäuser rufen bei den meisten ein ungutes Gefühl hervor, ist es doch eine Stätte die man ungern freiwillig aufsucht. Eben dieses Problem versuchen die Chefetagen der Krankenhäuser durch „Gesundheitsleistungen“ zu umgehen. Ein neues Image muss her, aber nur für den, der die extra Leistungen auch bezahlt. Nicht selten gibt es Privatabteilungen die es durchaus mit einem Marriott oder Hilton aufnehmen können. Doch es gibt wichtigere Leistungspunkte als nur die Ausstattung und das Ambiente.

Alle Leistungen gleich?

Welche Leistungen sind den auf jeden Fall vorhanden? Die Antwort liefert eine Definition:

Allgemeine Krankenhausleistungen sind die Krankenhausleistungen, die unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Krankenhauses im Einzelfall nach Art und Schwere der Krankheit für die medizinisch zweckmäßige und ausreichende Versorgung des Patienten notwendig sind.

Unter der Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Krankenhauses? Was, wenn ein Krankenhaus nicht die beste Leistungsfähigkeit aufweist? Wer ein besseres Krankenhaus selbst wählen möchte, kann mit Zusatzkosten konfrontiert werden.
Wer eine „ausreichende“ Behandlung gegen eine optimale Behandlung tauschen möchte, verlässt die Basisleistungen in Richtung Wahlleistungen und so fallen auch hier Zusatzkosten an, die mit einer entsprechenden Zusatzversicherung abgedeckt werden.

Optimale Behandlung im Krankenhaus?

Neben einer „ausreichenden“ Behandlung ist auch die Behandlung nach ärztlicher Kunst möglich und dieser Unterschied ermöglicht die bestmögliche Behandlung. Hierfür kann ein Spezialist, Chefarzt oder Chirurg frei gewählt werden sowie auch die eingesetzten Therapien oder Materialien. Welche Unterschiede noch bestehen, zeigt die folgende Reportage:

Achtung – Privatkliniken meist nicht versichert

Doch es gibt auch Einschränkungen. Wer sich in einer reinen Privatklinik behandeln lassen will, sollte vorab eine Leistungszusage der involvierten Krankenversicherungen einholen. Höchstwahrscheinlich kommt es dort zur Ablehnung der Kostenübernahme.
Leistungen gibt es hingegen bei den Krankenhäusern die Privatabteilungen haben, jedoch regulär Kassenpatienten behandeln.

Die Privatabteilungen dieser Krankenhäuser sind meist sehr gut eingerichtet und neben einer optimalen Therapie werden meist noch folgende zusätzliche Leistungen geboten:

  • Aufnahme direkt auf Station durch Servicekräfte
  • Persönliche Betreuung durch eine Servicekraft
  • Eigener Sanitärbereich
  • Elektrisch verstellbare Komfortbetten
  • Gesonderte Verpflegung
  • TV und Telefon ohne Grundgebühr
  • Auf Anfrage Surfsticks für den Internetzugang auf Notebooks (gegen Gebühr)

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Sachleistung oder Kostenerstattung im Krankenhaus?

GKV Mitglieder können über das Kostenerstattungsprinzip eine privatärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Sachleistung oder Kostenerstattung im Krankenhaus : Was im ambulanten Bereich Sinn macht, kann doch im stationären Bereich nicht falsch sein, oder?

Privatärztliche Behandlung im Krankenhaus für Kassenpatienten.

Privatpatient auf Antrag

Eine privatärztliche Behandlung macht Sinn, steht dadurch doch das Wohlergehen des Patienten im Vordergrund. Auch wenn das deutsche Gesundheitssystem weltweit zu den Besten gehört, im Ernstfall oder im Bereich der Prävention stehen nur dem Privatpatienten alle Optionen zur Verfügung.
Aus diesem Grund wurde von den gesetzlichen Kassen auch das Kostenerstattungsprinzip eingeführt. Dadurch können gesetzlich Versicherte sich wie ein Privatpatient behandeln lassen. Die Kostenerstattung gibt es auf Antrag bei der jeweiligen GKV.Beispiel: Barmer Antrag Kostenerstattung

Kostenerstattungsprinzip Antrag Barmer

Kostenerstattungsprinzip Antrag Barmer

Doch man sollte folgendes beachten: Die Kasse übernimmt nur die Grundkosten, also die Beträge, die mindestens von der Krankenkasse im „normalen“ System gezahlt worden wären. Die Restkosten, die gerade im Bereich der Arzneimittel horrende Summen erreichen können, zahlt man selbst- Ausweg : eine private Krankenzusatzversicherung.

Viele Auswahlmöglichkeiten, aber welche ist die Richtige?

Vier separate Auswahlmöglichkeiten und eine Komplettauswahl. Kann man beruhigt alle Möglichkeiten auswählen oder nicht?

  • Ärztliche Versorgung: diese steht für den ambulanten Bereich. Wer diesen Bereich ankreuzt kann sich bei einem Arzt mit Kassenzulassung privat behandeln lassen. Auf die Voraussetzung der Kassenzulassung wird explizit hingewiesen im Satz unter den Auswahlmöglichkeiten.
  • Keine Einschränkung bei Privatärzten ohne Kassenzulassung: Trotz des Hinweises der Barmer ist eine Kostenübernahme bei reinen Privatärzten möglich, es muss nur mit der privaten Versicherung vereinbart werden. Eine Leistung erfolgt dann auch ohne Vorleistung der GKV.
  • Veranlasste Leistungen wie Medikamente, Heilmittel, Hilfsmittel usw.:
    Hier kann es Schwierigkeiten geben. Nicht jede Zusatzversicherung leistet in diesen Bereichen. Abhängig von der gewählten Zusatzversicherung können spürbare Kostenauf den Pateinten zukommen. Ein entsprechender Berater erkennt jedoch die Fallstricke und bietet die passende Zusatzversicherung an.
  • Zahnärztliche Leistungen: Kann auch gewählt werden, abhängig von der Zusatzversicherung.
    Notwendig ist dieser Punkt aus unserer Sicht jedoch nicht da es heute besondere Zahnzusatzversicherungen am Markt gibt die hervorragenden Schutz bieten.
  • Stationäre Leistungen: Aus unserer Sicht ungünstig. Wählt das Mitglied diesen Punkt, kommt es mindestens zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand ohne Leistungsvorteile. Im Gegenteil, im Einzelfall können tatsächlich Kosten entstehen, auf denen der Patient sitzen bleibt.

DRG Abrechnungssystem im Krankenhaus für Kasse und Privat

Krankenhausbehandlungen werden nach Fallpauschalen abgerechnet, den DRG (Diagnosis Related Groups). Wie die DRG´s mit den Leistungsträgern, sprich entweder den gesetzlichen oder privaten Leistungsträgern abgerechnet wird, ist geregelt. Ganz grob gesagt werden bis hier hin Kassen und Privatpatienten gleichbehandelt. Wahlleistungen stehen darüber hinaus nur dem Privatpatienten zu. Das bezieht sich dann auf die Unterkunft (1 und 2 Bettzimmer) sowie die privatärztliche Behandlung. Hier ist der springende Punkt. Die privatärztliche Behandlung ermöglicht über die DRG´s hinaus eine optimale Behandlung nach ärztlicher Kunst. Bei OP´s können zum Beispiel andere Materialien oder Operationsformen verwendet werden. Auch Arzneimittel können sich unterscheiden.

Doch wie ist dieses Optimum zu erreichen? Aus unserer Sicht belässt man einfach den „stationären Bereich“ im herkömmlichen System. Man kreuzt diesen Punkt einfach nicht im Antrag an. Eine leistungsstarke Krankenhauszusatzversicherung liefert von sich aus alle benötigten Leistungen. Im Leistungsfall rechnet das Krankenhaus die DRG´s mit der gesetzlichen Kasse direkt ab und die Differenzrechnung für die Privatbehandlung bekommt der Patient zur Weiterreichung an die Zusatzversicherung.

Was wäre, wenn man trotzdem ankreuzt?

Man erhält im Leistungsfall die Rechnung, auch die für die gesetzliche Kasse, direkt vom Krankenhaus und reicht diese dann ein. Die GKV zahlt die DRG´s nach Katalog, den Rest muss man sich dann von der privaten Zusatzversicherung holen. Ein Arbeitsschritt mehr, wer braucht das schon?

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