Welche Rechte haben Reisende bei Pauschalreisen?

Eigentlich sollten sie die schönsten Wochen im Jahr werden, doch manchmal geht vieles schief. So beginnt die Reise mit Verspätung, das Hotel ist überbucht, Der Flieger fällt aus oder Das Hotel wird umgebaut und die versprochene Meersicht ist auch nicht da. Möglich ist auch, der Reiseveranstalter hat kurz vor Reisebeginn Insolvenz angemeldet und die Reise findet gar nicht statt, obwohl der gesamte Reisepreis vorher bereits gezahlt wurde. Wie kann sich der Urlauber vor einem finanziellen Schaden schützen?

Pauschalreisen sind besonders geschützt

Wurde eine Pauschalreise gebucht, besteht ein besonderer Schutz durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Von einer Pauschalreise spricht man, wenn mehrere Reiseleistungen, wie etwa Flug und Hotelzimmer verbunden verkauft wurden. Hier wird ein Vertrag mit dem Reiseveranstalter abgeschlossen, nicht mit der Fluggesellschaft oder dem Hotel. Der Reiseveranstalter ist verpflichtet, die Leistungen aus der gebuchten Reise zu erbringen. Angaben in Prospekten sind bindend und vom Veranstalter zu erbringen. Leistungen dürfen für den Reisenden nicht gemindert werden. Geringe Fehler wie eine geringe Flugverspätung oder leichte Lärmbelästigung sind hinzunehmen. Auch ungünstige Wetterverhältnisse stellen keinen Mangel dar. Grobe Mängel kann man beanstanden und müssen innerhalb eines Monats nach dem im Vertrag vorgesehenen Ende der Reise geltend gemacht werden. Der Reisende kann bei Mängeln auch vor Ort vom Veranstalter eine Behebung des Mangels in angemessener Frist fordern. So kann er schnell beseitigt werden oder vom Veranstalter einen gleichwertigen Ersatz erhalten.

Schadenersatz ohne Mängelbeseitigung

Wird das vom Veranstalter nicht erbracht, kann der Reisende sich auch selber ein gleichwertiges Hotel suchen und Ersatz für die Aufwendungen verlangen. So kann der Reisende den Preis für die Zeit herabsetzen oder einen Teil zurückfordern. Wird eine Reise durch einen Mangel erheblich beeinträchtigt, hat der Reisende das Recht den Vertrag zu kündigen, wenn der der Fehler nicht behoben werden kann. Beinhaltet die Reise auch die Rückfahrt, bleibt der Reisende nicht auf sich gestellt, der Veranstalter muss trotz Kündigung für den Rücktransport sorgen. Mit der Kündigung verliert der Veranstalter den Anspruch auf den Reisepreis. Hierfür kann er aber für Leistungen die er noch erbracht hat eine Entschädigung vom Reisenden verlangen. Meistens ist von Vorteil, wenn man eine Reiserücktrittskostenversicherung oder eine Versicherung zur Deckung der Rückführungskosten bei Unfall oder Krankheit abschließt.