Deutscher Ring – Krankenvollversicherung ohne Gesundheitsprüfung???

In einer Erprobungsphase öffnet der Deutsche Ring die Krankenversicherungstarife Esprit M und Esprit MX  für höherverdienende Angestellte.  Diese Öffnungsaktion ermöglicht Arbeitnehmern die aufgrund Ihres Gesundheitszustandes ein erhöhtes Risiko darstellen, die Aufnahme in die Tarifwelt der Deutschen Ring Krankversicherung.

Erhöhtes Risiko aufgrund des Gesundheitszustandes?

Wer die Annahmepolitik des DR kennt weiß, dass bereits kleinste Abweichungen von der „Gesundheitsnorm“ zur Ablehnung führen können,  dabei erweist sich auch auf Nachfrage die Risikoabteilung wenig flexibel.

Nun sollen aber Abreitnehmer aufgenommen werden die entweder einen hohen Risikozuschlag bekommen würden oder unter normalen Umständen sogar eine Ablehnung des Antrages hätten verkraften müssen.

Das ist die Chance!

Dieses Experiment ist zeitlich begrenzt.  Bis zum 15. 04.2015 läuft die Erprobungsphase.
Der Deutsche Ring stellt klar, dass alle in dieser Zeit aufgenommen  Personen auf Dauer die Konditionen aus der Testphase behalten. Eine Antragsannahme erfolgt dann mit maximal 30% Risikozuschlag, was im allgemeinen recht günstig ist, da der AG diesen u.U. zur Hälfte mitträgt.

Wer kann diese Chance nutzen?

Es gibt klare Richtlinien nach denen eine Aufnahme zu Konditionen der Öffnungsaktion  erfolgen  kann.

  1. gilt ausschließlich für Arbeitnehmer die erstmals versicherungsfrei sind ( Überschreiten der JAEG- Jahresarbeitsendgeldgrenze 52.200€ in 2013)
  2. Antragsstellung maximal 6 Monate nach Überschreiten der JAEG
  3. Versicherungsbeginn max. 3 Monate nach Antragstellung, keine rückwirkende Versicherung
  4. mind. 3 –jährige, ununterbrochene Vorversicherungszeit in der GKV
  5. Eintrittsalter maximal 55 Jahre
  6. gilt nur für Personen u. Berufsgruppen, die bisher auch nach Annahmerichtlinien versicherbar waren
  7. gilt auch für familienversicherte Ehepartner bzw. Kinder

Rosinenpickerei

Zuletzt stand die private Krankenversicherung öffentlich stark in der Kritik. Das Hauptargument- Rosinenpickerei. Man wählt nur die Gesunden aus und die weniger Gesunden müssen dann in die GKV, wo natürlich dann auch höhere Kosten von der Allgemeinheit der GKV Mitglieder zu tragen sei.
Aus diesem Grund erfolgt nun dieses Experiment, man möchte der o.g Argumentation entgegenwirken.

Eine schöne Aktion wie wir meinen, jedoch, wer mit offenen Augen durch diese Welt geht und die Prunkbauten der verschiedenen GKV- en sieht und die Gehaltslage der dort Angestellten kennt, ahnt schon, dass ein erheblicher Teil der Beiträge dort eben nicht für die Bezahlung von Behandlungskosten genutzt werden kann- das gibt es rechnerisch einfach nicht her. Der wahre Grund für das mediale PKV- Bashing liegt sicherlich woanders- wir werden es sicher bald erfahren.