Umbruch auf dem Versicherungsmarkt bei Lebensversicherungen

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Viele Bundesbürger erfreuten sich in den letzten Jahren an der rentierlichen Verzinsung ihrer Lebensversicherung und die Versicherer nahmen jahrzehntelang Milliardenbeiträge ein , da sie sich auf das vorhandene Sicherheitsbedürfnis der Bundesbürger in puncto Sicherheit im Alter verlassen konnte. Doch nun weht ein anderer Wind, nachdem der Garantiezins zum 01.01.2017 auf ein historisches Tief von 0,9 Prozent gesenkt wurde. Jetzt klafft bei den Versicherern ein tiefes Loch und man muss sich die Frage stellen-lohnt sich in dieser Zeit überhaupt noch der Abschluss einer klassischen Lebensversicherung?

Dazu gibt es verschiedene Meinungen auf dem Versicherungsmarkt. Die Generali setzt auf fondsgebundene Lösungen für die Altersvorsorge. So könnten die Kunden auch bei Zeiten von niedrigem Zins sich eine rentable Summe ansparen. Mit Ihrem Konzept erhalten die Kunden einen Teil der festgelegten Beiträge zurück, der andere wird je nach Anlagekonzept verzinst und ausgezahlt. Die verschiedenen Höhen der Anteile können gewählt und verschoben werden. Entscheident sind natürlich die Anlagestrategien.

Anbieter gehen unterschiedliche Wege

Der Anbieter Allianz geht einen großen Schritt weiter und empfiehlt keinen Abschluss einer klassischen Lebensversicherung mehr zu tätigen. Sie bieten stattdessen Vorsorgekonzepte an, die eine bessere Ertragschance besitzen. Unter 10 Prozent würden lediglich noch den Abschluss einer klassischen LV mit niedrigem Zins vorziehen. Ebenfalls bei der betrieblichen Altersvorsorge entscheiden sich nur noch wenige für die klassische Zukunftsrente mit Niedrigzins.

Die Debeka hingegen setze mehr auf Sicherheit bei der Kapitalanlage, bei ihnen besteht ein Großteil des Portfolios aus festverzinslichen Anlagen.

Auf die Veränderungen hin hat sich die Allianz gut eingestellt und eine hohe Summe an Reserven bereitgestellt, die Kapitalanlagen wurden weltweit gestreut.

Abgeschmettert wurde ja schon mal die Last, den Kunden eine lohnende Überschussbeteiligung zahlen zu müssen. Die Überschussbeteiligungen wurden von fast allen Versicherern für die klassischen Verträge stark gesenkt.

Am Ende muss man sagen das klassische Modell der Lebensversicherung hat ausgedient. Um ausreichend Erträge erzielen zu können setzen die Versicherer gern auf Portfolios. Investiert wird gerne in erneuerbare Energien sowie Immobilien.

 

weiterer Artikel: Zahlt Basler Lebensversicherung zu wenig aus?

Schweizer Lebensversicherung Pleite- Altersvorsorge weg?

13.000 Lebensversicherungspolicen mit einem bisher angesparten Gesamtbetrag von 450 Mio. Franken sind von der Pleite des Lebensversicherers Zenith Vie SA. betroffen, berichtet die WiWO.  Heute meldete die Finanzmarktaufsicht Konkurs wegen Überschuldung an.  Der Versicherer betrieb ein teilweise mit deutschen Lebensversicherungen vergleichbares Geschäftsmodell.

Deutsche Versicherungen betroffen?

Wer in den Jahren zwischen 1990 und 2000 Lebensversicherungen in Deutschland abgeschlossen hat, bekam einen Garantiezins von 4 % + Überschüsse  zugesichert, insgesamt weit über 7% p.a. . Was wurde aus den Versprechen? Nun, aktuelle Ablaufleistungen einer Versicherung (ausgerechnet) mit Schweizer Wurzeln in Deutschland, belegen eine tatsächliche Rendite von teilweise weniger als 3 %.
Was ist passiert????? 3 % p.a. sind nicht 7,3% p.a. …oder doch????

Um Stellungnahme bittend wird sofort darauf verwiesen, dass man nicht verpflichtet sei, die Berechnungsgrundlagen für die einzelnen Policen zu offenbaren (was übrigens nur bedingt stimmt).  Wer bei Garantiezinssätzen von 4 % schon weniger als 3 % an den Kunden ausschüttet, übrigens inklusive Überschussbeteiligung und bei einer Laufzeit von 25! Jahren (Prognose bei Abschluss war 7,3 % p.a. Gesamtleistung), kann im Prinzip nicht Pleite gehen…. . Die Frage ist nur, wenn bei 4% Garantiezins am Ende 3% für den Kunden tatsächlich hängen bleiben, wieviel bleibt dem Kunden nach 25 Jahren Vertragslaufzeit bei einem heutigen Garantiezins von 1,25% ?

ZinsentwicklungLV

Die Höhe der Überschussbeteiligung für das Jahr 2015 wird in Zukunft festgelegt, deshalb ist der Wert auf 0 gesetzt.

Neue Modelle?

Heute werden neue Versicherungspolicen als Durchbruch gefeiert. „ Der Kunde muss eben nun auch ein gewisses Risiko beim Geldanlegen tragen“ heißt es. Somit wird gerechtfertigt, dass man im Vorfeld gar nicht mehr sagt was am Ende rauskommt. Was aber festgeschrieben wird und das ganz glasklar von Anfang an: Wieviel der Kunde jeden Monat wie lange einzuzahlen hat. Darüber hinaus wird klar geregelt, was dem Kunden von seinem Geld genommen wird, falls er sich nicht an sein Versprechen mit der Beitragszahlung hält (Gebühren, Stornokosten usw..).

Komisch, der Kunde garantiert- die Versicherung nicht!

Aus meiner Sicht stellen diese neuen Modelle einfach ein noch intransparenteres „Vorsorgegefährt“ dar.
Natürlich ist der Kunde selbst dafür verantwortlich wie er sein Geld anlegt, und man sollte das unter den momentan gegebenen Umständen weder bei einer Bank noch bei einer Lebensversicherung tun, denn Pleiten können überall kommen. Der viel beschworenen Rettungsfonds funktioniert tatsächlich, das hat die Pleite der Mannheimer LV bewiesen. Doch was passiert wenn 2 Unternehmen gleichzeitig Pleite sind oder eine große Bank in Schieflage gerät? Das kann nicht passieren? Völlig unmöglich?
„Die Bundesregierung garantiert für 100.000€ ????“

“Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen…und…..die Rente ist sicher..“