Rückkehr zur gesetzlichen Krankenkasse – trotzdem Privatpatient!

Gesetzlich Versichert und trotzdem Privatpatient

Rückkehr aus der privaten Krankenversicherung oder aus dem Ausland in die gesetzliche Krankenkasse- man kann trotzdem weiterhin eine privatärztliche Behandlung erhalten.

Ab und zu trägt sich ein Privatversicherter mit dem Gedanken in die gesetzliche Kasse zurückzukehren. Die Gründe können unterschiedlich sein, von Veränderungen im Job über persönlichen Veränderungen ist so ziemlich alles vertreten. Wer zurück ins gesetzliche System wechselt verliert jedoch den Status eines Privatpatienten. Eine Behandlung nach ärztlicher Kunst wäre dann ausgeschlossen. Man kann jedoch den Status Privatpatient mit eine Sondervereinbarung erhalten.

 2 Klassenmedizin

Wer gesetzlich Versichert ist, erhält eine Mitgliedskarte, geht zum Arzt und lässt sich entsprechend Behandeln. Von der Abrechnung bekommt der Patient in der Regel nichts mit. Dafür bekommt der Patient aber auch nur die Leistungen, „die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind und das Maß des notwendigen nicht überschreiten“.
Außerdem hat der Arzt nur bestimmte Budgets zur Patientenbehandlung zur Verfügung. Dies kann z.B. bei chronischen Erkrankungen dazu führen, dass die gewählte Behandlung nicht die wirksamste ist. Durch das Wirtschaftlichkeitsgebot können auch Behandlungen erfolgen die mehr Nebenwirkungen haben als moderne, teurere Behandlungen.

 Kostenerstattungsprinzip

Man hat jedoch die Wahl. Wer gesetzlich versichert ist, hat das Recht den Kassenvertrag auf das Kostenerstattungsprinzip umstellen zu lassen. Dadurch wird man bei Arzt wieder zum Privatpatienten und erhält eine Behandlung nach ärztlicher Kunst, ohne Einschränkungen und Budgetzwang.
Abgerechnet wird dann die privatärztliche Behandlung nach der Gebührenordnung für Ärzte. Die gesetzliche Kasse übernimmt dann den Teil der Kosten, der im „normalen“ Abrechnungssystem angefallen wäre.  Den Restbetrag lässt man von einer privaten Zusatzversicherung erstatten.

Umstellung der privaten Krankenvollversicherung in eine Zusatzversicherung

Diese private Zusatzversicherung für eine privatärztliche Behandlung bieten zurzeit nur wenige private Krankenversicherungen an.
Wer eine Krankenvollversicherung hat und nun Umstellen möchte, muss erst einmal prüfen ob „seine“ Versicherungsgesellschaft eine solche Zusatzversicherung überhaupt anbietet.
Die Qualitätsversicherer haben darüber hinaus noch zugunsten ihrer Kunden eine Vereinbarung, dass ein Wechsel in so einen Zusatztarif ohne erneute Gesundheitsprüfung erfolgen kann. Eine solche Gesellschaft ist zum Beispiel die Barmenia. Der Vorteil ist klar. Sollten Vorerkrankungen bestehen würden diese nicht ins Gewicht fallen.

Privatpatient mit Kostenerstattung – Zukunftsmodell?

Auf alle Fälle wird der Patient beim Kostenerstattungsprinzip in die Therapieauswahl mit einbezogen. Es entsteht eine wesentlich engere Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient. Die Eigenverantwortung des Patienten wird gestärkt, die Leistungsabrechnungen werden transparenter.
Der Patient erhält eine privatärztliche Behandlung nach den Regeln der Kunst, die medikamentöse Behandlung ändert sich auch.

Aus diesem Grund wird das Kostenerstattungsprinzip mit privater Zusatzversicherung eine Zukunft haben. Hier liegt auch der Schlüssel zur kosteneffizienten Verwaltung in den gesetzlichen Kassen, die Leistungsabrechnung wäre stark vereinfacht, ganze Prüfungskommissionen wären überflüssig.

 

Weitere Artikel:

Kostenfalle Kostenerstattungsprinzip?

Wechsel in die Gesetzliche KV – trotzdem Privatpatient

Angebote zur entsprechenden Zusatzversicherung finden Sie hier: Privatpatient beim Arzt