Pflege der Eltern – Kosten der Kinder

Ein Pflegefall in der Familie ist neben der psychologischen Belastung auch immer eine finanzielle Belastung. Die Pflegepflichtversicherung deckt meist nur 50 % der tatsächlichen Pflegekosten ab, der Rest muss privat getragen werden.
Reicht das private Vermögen nicht aus, werden die Verwandten 1. Grades in die Pflicht genommen. Immer häufiger müssen Kinder für die Pflegekosten der Eltern gerade stehen, ein teures Unterfangen, trotz im Moment noch vorhandener Freibeträge.

Pflegekosten pro Pflegefall im Durchschnitt

Knapp die Hälfte aller Pflegefälle müssen bei Pflegestufe 2 mit  92.000€ bzw. bei Pflegestufe 3 mit 188000€ Eigenbeteiligung auf die gesamte Pflegezeit rechnen.
Steht keine Rente, kein Kapital oder keine verwertbare Immobilie zur Verfügung, geht die Forderung auf die Angehörigen über.

Freibeträge mildern die Zahlungspflicht ab

Trotz der Regelung, dass die Verwandten die Pflegekosten zu tragen haben, werden nur in seltenen Fällen die vollen Kosten zu tragen sein. Freibeträge für z.B. Familie und Wohneigentum werden angesetzt, nur der Teil des Einkommens, der darüber hinausgeht, steht zur Debatte.
Was letztlich zu zahlen ist, entscheiden dann die örtlichen Behörden, und das aus eigenem Ermessen. Aufgrund der Zunahme an finanziellen Belastungen für die Gemeinden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Forderungen an die Familienangehörigen höher werden. Die öffentliche, weiterhin zunehmende Verschuldung, das geringere Wirtschaftswachstum und die daraus resultierenden Steuermindereinnahmen tun ein Übriges.
Ob und in welcher Weise dann noch die heutigen Freibeträge angerechnet werden bleibt offen. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass die Eigenbeteiligung für die Angehörigen Schritt für Schritt steigen wird.  Deutlich zu beobachten ist solch ein schleichendes Vorgehen bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Ständig steigende Beiträge bei ständig verringerter Leistung.

Privates Kostenmanagement in der Familie

Wenn geringe Altersrenten gezahlt werden die nur noch zum Überleben reichen, obwohl  ein Leben lang gearbeitet wurde, sind Beteiligungen der Angehörigen an späteren Pflegekosten sicher.
Fallen die Freibeträge, was mittelfristig relativ sicher ist, kann man sich selbst ausrechnen, wohin das führt. Mit einem Pflegekostenrechner kann  man selbst herausfinden, was  einzelne, häusliche Pflegeleistungen im Schnitt kosten.Die Berechnung der Summe, die man dabei selbst zahlt, wird auch angegeben.

Die kostenseitige Absicherung dieses Risikos ist zu empfehlen, wenn die selbst zu tragenden Pflegekosten die finanzielle Existenz gefährden.

Es gibt zwei Arten der Absicherung, das Pflegetagegeld und die Pflegerente.
Das Pflegetagegeld ist unserer Meinung nach eine worst case Absicherung, anfangs von der Prämie niedriger als die Pflegerente, jedoch ist es ungemein schwerer, Leistung zu bekommen. Nur in eindeutigen schweren Fällen erfolgt die Leistungsabwicklung problemlos, bei demenziellen Erkrankungen wird meist nur 10% der Versicherungsleistung gezahlt.

Die Tarife der Pflegerente ermöglichen dagegen zum Beispiel die Einstufung in eine Pflegestufe durch den eigenen Hausarzt. Außerdem gilt bei den Tarifen Basler Pflegerente Komfort und Basler Pflegerente Premium die Regelung, dass schon mittelschwere demenzielle Erkrankungen automatisch zur Pflegestufe 2 führen, hier also wesentlich mehr Leistung gezahlt wird.

Außerdem zahlt die Pflegerente die Versicherungsleistungen ohne Verwendungsnachweis, man kann die finanziellen Mittel frei verwenden, es fragt niemand nach, niemand schreibt vor!

Unserer Meinung nach ist die Pflegerentenversicherung die bessere Alternative, da die Leistungsvoraussetzungen sich für den Kunden transparenter und vorteilhafter gestalten.

Die Pflegerentenversicherung kann auch von dritten Abgeschlossen werden, also zum Beispiel von den Kindern für die Eltern. Die Gesundheitsfragen sind umfangreich, jedoch ist das Produkt so ausgewogen, das alterstypische Erkrankungen nicht so sehr
ins Gewicht fallen, hier wurde dazu schon etwas geschrieben.
Ob man sich nun für eine Pflegetagegeldversicherung oder eine Pflegerente entscheidet bleibt jedem selbst überlassen, Hauptsache man tut etwas, keine Versicherung zu haben wäre die teuerste Variante.