Öko Test – Kinderinvaliditätsversicherung 2013

Ein Kunde sandte mir einen Test der Zeitschrift ÖKO Test zu, in dem es um die
Kinderinvaliditätsversicherung geht. Bewertet wurden in einer Ausgabe aus dem Jahre 2013 14 Invaliditätsversicherungen, wobei die Versicherungskammer Bayern und die DEVK Testsieger waren.

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Traditionelle, gute Tarife zum Beispiel der R&V, Barmenia oder Junior Schutz Plus vom Deutschen Ring kamen bei dieser Bewertung nur ins Mittelfeld.
Ergänzung: Test Kinderinvaliditätsversicherung aus Vermittlersicht

Zu den Fakten:

Eine Kinderinvaliditätsversicherung hat den Vorteil, dass eine Geldleistung erbracht wird, wenn das Kind zum Invaliden wird, unabhängig davon, ob die Invalidität durch Krankheit oder Unfall eintritt. Das ist eine sehr sinnvolle Versicherung, da die Pflegepflichtversicherung im Fall eines Falles zu Kostenkompensierung nicht ausreicht.
Alternativ kann man auch eine zusätzliche Pflegetagegeldversicherung abschließen, hat dann aber  meist die Pflegeeinstufung nach Sozialgesetzbuch- also Pflege nach Stoppuhr, wie es ein Mitbewerber einmal treffend formulierte.
Die Kinderinvaliditätsversicherung ist nur so gut, wie die Bedingungen, die einem solchen Vertrag zu Grunde liegen.
Die DEVK wurde bei o.g. Test als „gute Alternative“ bezeichnet, da eine Kapitalleistung schon ab 25 % Invaliditätsgrad gezahlt wird, was an sich sehr gut klingt.

 

Unterschiedliche Maßstäbe

Einige Anbieter der Kinderinvaliditätsversicherung beziehen zum Thema Leistung ganz klar Position. Da heißt es zum Beispiel:

In diesem Vertrag gilt als Invalidität eine Funktionsbeeinträchtigung, die auf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seelischen Zustand beruht und die nach dem Schwerbehindertengesetz einen Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50 erreicht.

Ganz klar wird hier dargelegt, dass die Einstufung nach geltendem Schwerbehindertenrecht erfolgt.

Bei der DEVK hingegen ist die Rede von Leistung ab 25% Invaliditätsgrad, was hat das zu bedeuten?

Auflösung:
Im Schwerbehindertenrecht gibt es keine Prozentangaben, da gibt es nur „Grad der Behinderung“ und dazu eine Zahl, zum Beispiel die 50.
Hat die DEVK einen anderen Bewertungsmaßstab? Hängt das vielleicht mit der in den Bedingungen DEVK41017_gueltig_ab_01_06_2013 ( Seite 38) genannten Gliedertaxe zusammen? Dort sind nur Körperteile mit einem Prozentgrad taxiert, sowie der Geschmacksinn, Gehör auf einem Ohr und der Geruchssinn.
Wie kann dort eine Invalidität von 25 % aufgrund Krankheit hergeleitet werden?
Wir wissen es nicht, Aufklärung wäre schön.

Die Bedingungen zum Thema Leistungsfall:

Einige Anbieter der Kinderinvaliditätsversicherung bieten folgendes:

Der Leistungsfall:
8 Was müssen Sie im Leistungsfall beachten? (Obliegenheiten)
Ohne Ihre Mitwirkung können wir die vereinbarte Versicherungsleistung nicht erbringen.
8.1 Bestehen bei der versicherten Person Gesundheitsstörungen, die zur Invalidität nach Ziffer 2.1 führen können, müssen Sie beim zuständigen Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweisbeantragen.
8.2 Die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises müssen Sie uns unverzüglich, spätestens jedoch ein Jahr nach der Ausstellung des Ausweises, anzeigen.
8.3 Das von uns daraufhin übermittelte Formblatt müssen Sie wahrheitsgemäß ausfüllen und unverzüglich an uns zurücksenden. Die von uns darüber hinaus geforderten sachdienlichen Auskünfte müssen Sie uns in gleicher Weise erteilen.
8.4 Wird der Grad der Behinderung vom Versorgungsamt auf einen Grad von weniger als 50 herabgesetzt, müssen Sie uns das innerhalb eines Monats mitteilen.
8.5 Stirbt die versicherte Person während der Rentenzahlung, müssen Sie uns den Tod innerhalb von drei Monaten mitteilen.

Fazit:
Das Versorgungsamt übernimmt die Bestimmung des GdB ( Grad der Behinderung ) und entscheidet somit über die Leistung der Kinderinvaliditätsversicherung.
Fällt der „Gdb“ auf unter 50, ist die Versicherung raus, im Umkehrschluss besteht
Zahlungsverpflichtung, solange der GdB bei 50 und mehr liegt- klare Formulierung!
Das Versorgungsamt ist darüber hinaus eine öffentliche Einrichtungen und unabhängig von den Anbietern der Kinderinvaliditätsversicherung.

Wie formuliert das ein anderer Anbieter?

§10 Der Leistungsfall

Punkt I

I Nach einem Unfall oder nach Eintritt einer Krankheit, die voraussichtlich eine Leistungspflicht herbeiführen, ist unverzüglich ein Arzt hinzuzuziehen und der Versicherer zu informieren.
Der Versicherungsnehmer als auch der Versicherte haben den ärztlichen Anordnungen nachzukommen und auch im Übrigen die Unfall und Krankheitsfolgen möglichst zu mindern.

Hmmm- Kann mir dann ein Sachbearbeiter die Leistung verwehren, wenn er der Meinung ist, dass ich nicht genügend die Unfall und Krankheitsfolgen gemindert habe?

Punkt III
III Der Versicherungsnehmer hat darauf hinzuwirken, dass die vom Versicherer angeforderten Berichte und GUTACHTEN alsbald erstattet werden.

Ich muss mich um die Gutachten und Berichte kümmern? Muss ich die Gutachten auch selbst bezahlen????

Punkt IV

IV Der Versicherte hat sich von den vom Versicherer beauftragten Ärzten untersuchen zu lassen. Die notwendigen Kosten einschließlich eines dadurch entstandenen Verdienstausfalles ( bei Kindern wohlgemerkt) trägt der Versicherer

Hat die Versicherung das letzte Wort, wenn es um die Leistung geht? Explizit wird auf diese Möglichkeit der Untersuchung durch vom Versicherer benannte Ärzte hingewiesen.
Das heißt nicht, dass die Versicherung in jedem Fall davon Gebrauch machen wird, sie könnte aber.
Warum werden diese Kosten laut Bedingungen übernommen, die Kosten für eventuelle Gutachten die der Kunde zu bringen hat ( Punkt III) ,dagegen nicht ?

Sind das nicht die Punkte, die die Leistungsfähigkeit einer Versicherung im Schadenfall
ausmachen? Wenn ein Kind zum Invaliden wird, ist die Belastung in der Familie sowieso bis aufs äußerste gespannt. Wer in dieser Zeit zusätzliche Stress vermeiden kann, zum Beispiel durch besonders verbraucherfreundliche Bedingungen, wird das zu schätzen wissen.
Wer ein Kostenrisiko auslagern möchte, sollte mehr denn je auf die Vertragsbedingungen
achten. Nur diese entscheiden im Ernstfall, ob die finanzielle Unterstützung durch den Versicherer gewährt wird, und die soziale Stellung der Familie gewahrt bleibt.
Wer auf klare und eindeutige Vertragsinhalte wert legt, kommt eben nicht an den
schon länger bekannten Anbietern wie Basler Versicherung ( ehem. Deutscher Ring) oder R&V ( Aufzählung definitiv nicht abschließend) vorbei.