Stimulationshandschuh stellt Tastsinn wieder her

TastsinnEin medizinisches Hilfsmittel ermöglicht Schlaganfallpatienten das wiedererlenen des Tastsinns. Auch eine beeinträchtigte Feinmotorik kann durch diese Methode verbessert werden. Neurowissenschaftler haben einen speziellen Handschuh entwickelt, der durch Stimulation der Fingerspitzen positive Veränderungen in Gehirn erzeugen. Doch zahlt das auch die Krankenversicherung?

Handschuh aus leitfähigem Material mit elektronischen Kontakten

Der Handschuh ist aus eine leitfähigen Material gefertigt. In den Fingerspitzen befinden sich elektronische Kontakte die leichte Impulse abgeben. Der Träger empfindet diese als leichte Massage der Fingerspitzen. Durch den neuronalen Stimulationshandschuh finden positive Veränderungen im Gehirn statt. Bewegungsabläufe, Feinmotorik und Tastsinn können so auf andere Gehirnregionen übertragen und praktisch neu gelernt werden.
Testpersonen berichten, dass Bewegungsabläufe wieder möglich sind die vorher, wenn überhaupt nur eingeschränkt funktionierten. Tastsinn und Feinmotorik verbesserten sich. Zum Beispiel konnten einfache Essbewegungen wieder ausgeführt werden.
Trotz dem der Handschuh 5-mal pro Woche zu Therapiezwecken eingesetzt wurde, konnten Besserungen teilweise erst Monate später eintreten.

Zahlt die Krankenversicherung?

Das kommt auf den Fall an. Es gibt sicherlich Unterschiede zwischen gesetzlichen und privaten Versicherungen. Ausschlaggebend dürfte auch die Grunderkrankung und die Prognose sein. Bei Privatversicherten ist ein offener Hilfsmittelkatalog eine Voraussetzung die Leistung zu erhalten.
Geschlossene Hilfsmittelkataloge hingegen zählen abschließende auf, welche Hilfsmittel versichert sind. Es kann sein, dass dieser Handschuh aufgrund der relativ neuen Technologie nicht im Hilfsmittelkatalog aufgeführt ist und somit die Kostenübernahme nicht möglich ist. Werden die Kosten nicht übernommen, gibt es Alternativen.

Methode seit dem 12. Jahrhundert bekannt

Es ist erstaunlich was zum Beispiel die chinesische Medizin schon vor hunderten von Jahren wusste.Akkupunktur der Fingerspitzen und bestimmte Massagetechniken erreichen vergleichbare Effekte. Personen, deren Feinmotorik weniger eingeschränkt ist können zum Beispiel mit Qi Gong Kugeln Fortschritte erzielen. Sollte eine Krankenversicherung die Kostenübernahme eines Stimulationshandschuhs nicht übernehmen, gibt es Alternativen. Zumindest der Privaten Krankenversicherung kann dann eine Kostenbeteiligung je nach Tarif abgerungen werden, und sei es nur für eine naturheilkundliche Behandlung.

 

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