Guter Cop – Böser Cop: Das können die Krankenkassen auch!

bildelvisundhundEs ist mal wieder Zeit den privaten Krankenkassen die rote Karte zu zeigen und so laufen diverse Zeitungskampagnen in diesen Tage die Presselandschaft rauf und runter. Durch die wiederholte Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze kann man jetzt Gott sei aus der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche Kasse wechseln. ENDLICH!!
Warum eigentlich endlich? Und wo bleiben eigentlich die Darstellungen zu Preis und Leistung der gesetzlichen Kassen. Schleichen da etwa wieder Zusatzbeiträge in erhöhter Form durch die Hintertüre? Schlechte private Kasse, gute gesetzliche Kasse?
Wo bleibt der Beitragszahler und somit auch potentielle Leistungsempfänger bei dieser Diskussion? Vermutlich auf der Strecke wenn er nicht aufpasst. Lösungen werden bei den üblichen Verdächtigen ja nicht im Überfluss angeboten! Warum auch, man wird fürs bashen bezahlt und nicht für Lösungsansätze! Sehr originell und vorallem sehr glaubhaft!

PKV / GKV unterschiedliche Systeme, unterschiedliche Leistung

Um die Leistungsunterschiede der Systeme darzulegen braucht es eigentlich nur einen Blick in die Vertragsvereinbarungen bzw. ins Sozialgesetzbuch.

Die Gesetzliche Kasse Leistet wie folgt: §12 SGBV

 „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“

Jeder, der schon mal miterlebt hat, wie schwer kranke Patienten hier wegkommen weiß was „ausreichend“ bedeutet und das damit nicht Therapiefreiheit einhergeht.

Die privaten Kassen leisten wie folgt:

 „Versicherungsfall ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Personwegen Krankheit oder Unfallfolgen. Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung; er endet,wenn nach medizinischem Befund Behandlungsbedürftigkeit nicht mehr besteht.“

Steht da was von ausreichend oder zweckmäßig? Nein, hier kann der Arzt nach ärztlicher Kunst Heilen und Lindern. Es besteht für den Patienten Mitbestimmungsrecht bei der Wahl der Therapie.

Licht und Schatten

Natürlich hat so Mancher auch einen faden Beigeschmack wenn er an private Kranken-versicherungen denkt. „Die Zahlen doch nicht!“ Stimmt! Wenn die nicht müssen werden die auch nicht! Es sind halt Versicherungen. Da kommt es dann auf die Auswahl der Versicherung an. Es gibt Tarife, die müssen zahlen!  Warum?  Weil es so in den Bedingungen steht!
Es gibt aber Versicherungen, die die  Tarfibedingungen recht speziell formuliert haben und so kommt es, dass dann die Kur oder REHA eben nicht bezahlt werden. Daher haben private Krankenversicherungen eben ein Fleck auf der an sich weißen Weste. Aber auch hier gilt- wer lesen kann ist klar im Vorteil- also ran an die Bedingungen. Alternativ kann man natürlich auch jemanden Fragen der sich mit so etwas auskennt.

Ein weiterer Punkt sind natürlich die horrenden Beiträge im Alter

Es gibt eine Art Hybridmodell – Kostenerstattung macht den GKVler zum Privatler

Die Beiträge der PKV sind im Alter nur gefühlt höher als bei der gesetzlichen Kasse. Wer Leistung braucht, und das kann schon mal vorkommen ab 67, wird schnell merken was das Wort „ausreichend“ im Versicherungsschutz der gesetzlichen Kasse für Möglichkeiten eröffnet- den Kassen natürlich-nicht den Patienten.

Allerdings muss Versicherungsschutz auch bezahlbar bleiben, was nützt die beste private Krankenversicherung wenn man die Prämien nicht mehr zahlen kann?

Die Lösung heißt: Kostenerstattungsprinzip

Hier kann der gesetzlich Versicherte privatärztliche Behandlung erhalten. Die Beschränkungen wie „ausreichend und zweckmäßig “entfallen dann, Wartezeiten gibt es dann komischerweise auf einmal auch nicht mehr. Hat man dann noch eine private Zusatzversicherung speziell für das Kostenerstattungsprinzip kann man die zusätzlichen Kosten dann von der privaten Kasse bezahlen lassen.

Der Vorteil- Man hat niedrige Beiträge bei der gesetzlichen Kasse und kann sich trotzdem als Privatpatient behandeln lassen. Die Zusatzversicherung kostet zwar ein paar Euro, aber insgesamt zahlt man weniger Prämie als bei der privaten Vollversicherung.

TIPP: Junge Personen können von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Wer für sich eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse nicht ausschließen will, kann sich einen Tarif suchen, der später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die Zusatzversicherung für Privatpatienten umgewandelt wird. Eben jenen Tarif für
das Kostenersttungsprinzip der gesetzlichen Kassen.