Welche Vorsorgeuntersuchungen werden von der GKV erstattet?

Ab 20 Jahren gibt es für Frauen eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, diese wird jährlich durchgeführt. Die Untersuchung umfasst gezielte Anamnese-nach Veränderungen oder Beschwerden, Inspektion des Muttermundes, Krebsabstrich und zytologische Untersuchung, gynäkologische Tastuntersuchung sowie Befundmitteilung mit einer anschließenden Beratung

Ab 30 bis 35 Jahre

Ab 30 Jahren gibt es jährlich für Frauen eine Brustuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Auch hier werden Fragen zu Veränderungen oder Beschwerden abgeklärt, Inspektion und Abtasten der Brust und der regionären Lymphknoten einschließlich der ärztlichen Anleitung zur Selbstuntersuchung, Beratung über das Ergebnis.

Ab 35 Jahren folgt für Frauen und Männer alle 2 Jahre ein Hautkrebs-Screening zur Früherkennung von Hautkrebs. Dieses Screening sollte alle 2 Jahre wenn möglich in Verbindung mit zweijährlichen Gesundheitsuntersuchung durchgeführt werden. Es umfasst die Anamnese, visuelle, standardisierte Ganzkörperinspektion der gesamten Haut einschließlich des behaarten Kopfes und aller Körperhautfalten, Befundmitteilung mit Beratung-bei Verdacht Abklärung durch einen Facharzt.

Ab 40

Mit 45 Jahren gibt es für Männer jährlich die Prostatauntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs sowie eine Genitaluntersuchung. Eine gezielte Anamnese nach Veränderungen oder Beschwerden, Inspektion und Abtasten des äußeren Genitales, Tastuntersuchung der Prostata sowie der regionären Lymphknoten und eine anschließende Befundmitteilung mit Beratung.

Zwischen 50 und 60 Jahren

Im Alter von 50-54 Jahren folgt für Männer und Frauen jährlich eine Dickdarm und Rektumuntersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs. Diese Untersuchung umfasst eine gezielte Beratung mit einem Stuhltest auf verborgenes Blut

Ab 55 Jahren folgt für Männer und Frauen eine Darmspieglung zur Früherkennung von Darmkrebs. Diese sollten innerhalb von 10 Jahren 2mal durchgeführt werden. Diese Untersuchung unfasst eine gezielte Beratung sowie ebenfalls einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl.

Im Alter von 50 bis 69 Jahren gibt es für Frauen alle 2 Jahre noch ein Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs. Dieses Screening umfasst eine schriftliche Einladung in eine zertifizierte Screening-Einheit, schriftliche Anamnese, Röntgen beider Brüste, Doppelbefundung der Röntgenaufnahmen durch 2 unabhängige Untersucher, Befundmitteilung innerhalb von 7 Werktagen und im Falle eines verdächtigen Befundes eine Einladung zur weiteren Abklärung.

Reha oder Pflege – Wie geht es weiter?

Reha oder PflegeDie Versorgungsmöglichkeiten richten sich je nach Art und Schwere ihrer Erkrankung. Im besten Fall werden sie nach Hause entlassen und können sich eventuell mit der Unterstützung von Angehörigen selbst versorgen. Ist dies nicht zu schaffen, gibt es die Möglichkeit eine häusliche Krankenpflege zu beantragen. Ist dies aber nicht ausreichend, ist eine stationäre Versorgung im Pflegeheim, im Rahmen einer Kurzzeitpflege möglich. Findet eine Anschlussbehandlung statt, wird sie in einer Rehabilitationseinrichtung ausgeführt.

Nachstationäre Behandlung

Eine nachstationäre Versorgung im Krankenhaus ist manchmal notwendig, um den medizinischen Behandlungserfolg zu verbessern und sicherzustellen. Etwa zur Wundkontrolle nach einer Operation. Hierzu können sie innerhalb von 14 Tagen an 7 Tagen ins Krankenhaus gebeten werden. Die nachstationäre Behandlung kann auch von einem niedergelassenem Haus oder Facharzt übernommen werden. Diese kann dann im Krankenhaus oder in der Arztpraxis möglich sein.

Wurde eine Anschlussbehandlung verordnet, ist es wichtig für den Erfolg dass sie sofort im erfolgt. Deshalb schon während ihres Aufenthaltes im KH beantragen, um einen zeitnahen Übergang zu erhalten. Sind sie gesetzlich versichert muss dies von ihrem Arzt bestätigt und bei der Krankenkasse beantragt werden. Ein Kliniksozialdienst kann sie hierbei beim ausfüllen unterstützen. Die Anschlussrehabilitation beginn meist nach 14 Tagen ihres Aufenthaltes im KH.

Anschlussheilbehandlung

Eine Anschlussbehandlung erfolgt nach schweren Unfällen oder Erkrankungen wie Tumoren oder einem Schlaganfall. Hier müssen Patienten erst wieder in ihren Alltag zurückfinden und ihre körperlichen Fähigkeiten wiedererlangen. Es braucht viel Zeit und Anstrengung, auch nach Routineeingriffen wie Knie-oder Hüftgelenkoperationen. Die Anschlussbehandlung unterstützt sie darin.Bei einer ambulanten Rehabilitation integrieren sie die Reha-Maßnahmen in ihren Tagesablauf mit ein. (Krankengymnastik, Massagen..)

Bei der teilstationären Rehabilitation findet die Betreuung meist tagsüber im KH statt, am Abend können sie jedoch nach Hause gehen.Bei der stationären Rehabilitation (Kur), sind sie durchgehend unter ärztlicher Kontrolle. Sie lernen mit den psychischen Belastungen umzugehen, um ihren Alltag neu gestalten zu können.Brauchen sie nach ihrer Entlassung weiterhin Hilfe, können sie eine häusliche Krankenpflege beantragen. Je nach Schwere ihrer Krankheit, könnnen sie auch zusätzlich eine Haushaltshilfe bekommen.

Einwilligung-Patientenverfügung

pflegerente

Bevor ein Arzt einen Eingriff an ihnen vornehmen kann muss er sich eine schriftliche Einwilligung holen, sollten sie nicht mehr in der Lage dazu sein, kann das eine berechtigte Person unterzeichnen, die sie in einer Patientenverfügung festgelegt haben.

Sollte man nicht mehr selbst unterzeichnen können, in Folge eines schweren Unfalles oder bei Bewusstlosigkeit liegt eine besondere Situation vor, bei der in dringenden Notfällen Behandlungsmaßnahmen ohne Einwilligung eingeleitet werden-wenn diese ihrem mutmaßlichen Willen entsprechen. Sollte kein Notfall vorliegen, muss ein Vertreter entscheiden, soweit keine Patientenverfügung vorliegt, die eine konkrete Behandlung gestattet oder untersagt.

Regelung bei Minderjährigen

Bei Minderjährigen wird entschieden ob der minderjährige Patient einwilligungsfähig ist. Sie können in eine Behandlung einwilligen, wenn sie nach ihrem Alter und ihrer Reife die Bedeutung des Eingriffs einschätzen können. Diese Entschlussfähigkeit der minderjährigen Person muss im Einzelfall der Arzt oder die Ärztin bestätigen. Ansonsten liegt eine Entscheidung einer Behandlung bei den Personenberechtigten, die ihre Einwilligung geben müssen. Das Gesetzt legt hier keine starren Altersgrenzen fest. Im Zweifel sollte jedoch immer die Einwilligung der Personensorgeberechtigten eingeholt werden. Sollten unterschiedliche Meinungen vorliegen, sollten Gespräche mit dem Arzt zu einer bestmöglichen Lösung führen, die natürlich im Sinne des Wohles des Patienten liegt.

Da es praktisch jeden treffen kann durch einen Unfall oder auch durch eine Demenzerkrankung nicht mehr in der Lage zu sein, eine notwendige Entscheidung treffen zu können, ist es ratsam eine Patientenverfügung vorher schriftlich zu fixieren. Darin sollte festgehalten werden welche Behandlungen an ihnen vorgenommen werden dürfen und welche sie nicht wünschen. Der Arzt muss dies akzeptieren und so ausführen, wenn ihr Wille für die aktuelle Behandlungssituation eindeutig festgestellt werden kann.

Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung können sie Einfluss darauf nehmen, in dem sie eine Vertrauensperson benennen oder auch jemand als Betreuer ausschließen. Auch können sie die Art der Betreuung nennen, sowie den Ort der Pflege.Auch sollten Sie, je nach Wunsch, einen entsprechenden Organspendeausweis mit Einwilligung besitzen -welche Organe sie spenden würden oder sich generell gegen eine Organspende aussprechen.

Die beste Vorbereitung auf einen Krankenhausaufenthalt

Fotolia_50633325_XSBei einem geplanten Krankenhausaufenthalt sollte man die Zeit vorher nutzen um alles in Ruhe vorzubereiten. Erledigen sie wichtige Sachen und treffen sie Vorkehrungen für zu Hause für die Zeit ihrer Abwesenheit. (Haustiere in Pflege geben, wer gießt die Blumen und lüftet die Wohnung, Zeitung….) Stellen sie ihre eigenen Unterlagen zusammen die sie benötigen und klären sie wichtige Details ab, wie etwa ihre Medikamente nun einzunehmen sind oder vielleicht vor einer Operation sogar abzusetzen sind. Bei den meisten Eingriffen dürfen sie mehrere Stunden vorher nichts mehr essen und oft auch nichts mehr trinken. Dies alles sollten sie mit ihrem Arzt besprechen.

Krankenkasse zahlt Haushaltshilfe

Informieren Sie Ihre Freunde und Verwandten, ihre Nachbarn sowie ihren Arbeitgeber über ihren Aufenthalt. Hinterlegen sie einen Schlüssel für ihre Hilfen.Sollten sie längere Zeit im Krankenhaus bleiben müssen, stellen sie sicher ob ihre laufenden Kosten gedeckt sind, Termine noch abgesagt oder verschoben werden müssen. Bei Bedarf bevollmächtigen sie eine Person ihres Vertrauens für wichtige Angelegenheiten. Müssen ihre Kinder betreut werden, erkundigen sie sich bei ihrer Krankenkasse nach der Möglichkeit einer Haushaltshilfe.

Dokumente die nicht fehlen sollten:

Versichertenkarte, Personalausweis oder Reisepass, Einweisungs- oder Überweisungsschein, Daten ihres Hausarztes ,Telefonnummern der Angehörigen, Medikamentenliste die sie regelmäßig einnehmen müssen, eventuell schon vorliegende Befunde (Röntgen oder Ultraschallbilder, EKG), Gesundheitspässe (Impfpass, Diabetiker, Mutterpass…), einen Nachweis über ihre Krankenhaustagegeldversicherung, eventuell Zuzahlungsbefreiungen ihrer Krankenkasse

Eine Notfallvorkehrung kann auch ganz gut sein, wie eine Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht.Persönliche Dinge sollten sie in Ruhe aussuchen, hier einige Vorschläge:

Brille, Gehhilfen und Hörgeräte, Schlafanzug, Bademantel, Trainingsanzug, Hausschuhe, Wechsel Unterwäsche, Bücher, Schreibutensilien, Musik und Fotos von den Liebsten, Körperpflegeartikel und etwas Bargeld – dies benötigt man meist zum anmelden des Telefons, oder man ist in der Lage das Bett zu verlassen, dann kann man Kaffee oder Tee trinken gehen oder sich die neueste Zeitschrift holen, um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

Auch wichtig: Für eine optimale Behandlung im Krankenhaus empfiehlt sich eine Krankenhauszusatzversicherung.

Krankenhauskeime – so schützt man sich davor

Krankenhauskeime

Um eine Infektion mit Krankenhauskeimen zu vermeiden, kommen den Hygienestandards einer Klinik eine wesentliche Bedeutung zu. Dies umfasst nicht nur das Personal sondern jeder einzelne selbst kann zu einer besseren Hygiene beitragen.
An erster Stelle steht eine gründliche Desinfektion der Hände. Wo zu Hause das Waschen mit Wasser und Seife vollkommen ausreichend ist, sollte man im Krankenhaus extra zu Händedesinfektionsmitteln greifen. Nur so werden nicht nur Erreger sondern auch multiresistente Bakterien abgetötet.

Mindestens 30 Sekunden, lieber einmal mehr als zu wenig

Wichtig-richtig einwirken lassen. Das Desinfektionsmittel sollte für mindestens 30 Sekunden auf ihren trockenen Händen in der Handinnenfläche sowie auf dem Handrücken verrieben werden. Auch die Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerkuppen und Nagelränder dürfen hierbei nicht vergessen werden. Wirkt das Desinfektionsmittel nun ein, müssen ihre Hände nass sein. Desinfizieren sie lieber einmal zu oft als zu wenig. Nutzen sie das Desinfektionsmittel bei sichtbarer Verschmutzung der Hände, nach jedem Toilettengang und natürlich bevor sie zum Essen greifen.

Egal ob sie als Patient oder nur zu Besuch um Krankenhaus sind – jeder der sich im Krankenhaus aufhält, muss auf eine ordentliche Hygiene achten, um den keimen keine Chance zu geben. Dies schützt nicht nur die Krankenhauspatienten vor Keimen von außen, sondern verhindert gleichzeitig dass die Erreger mit hinausgetragen werden.

Achten sie auch auf das Klinikpersonal, denn für die Patienten ist es nicht immer gut ersichtlich wann Ärzte oder Pflegekräfte ihre Hände desinfizieren sollten. In den Krankenhäusern herrscht oft Hektik, so dass dies schon mal in Vergessenheit geraten kann. Dringend notwendig ist es aber bevor ein Hautkontakt mit ihnen bevorsteht- dies kann sein das Waschen, Blutentnahmen, Spritzen Verband wechseln oder ähnliches. Ganz wichtig natürlich auch nach Kontakt mit Blut, Wundsekreten oder Fäkalien.

Hält sich das Personal nicht daran, scheuen sie sich nicht davor es gezielt darauf anzusprechen, denn für Ärzte und Pflegekräfte gelten die gleichen Regeln bei der Krankenhaushygiene. Auch wenn es manchem schwerfällt einen Arzt darauf anzusprechen-tun sie es einfach.

 

Wichtiger Hinweis: Freie Krankenhauswahl für Kassenpatienten

Mangelnde Gesundheitsvorsorge bei jungen Menschen

Fotolia_50633325_XS

Die Ergebnisse einer Umfrage der Studie „Zukunft Gesundheit 2016“ der Schwenninger Krankenkasse lassen auch für das neue Jahr keine guten Hoffnungen zu. Für den größten Teil der jungen Bürger gehört es auch dieses Jahr nicht zu den guten Vorsätzen sich mehr um die Vorsorge und die eigene Gesundheit zu kümmern. Für 56 % der der 14-36 jährigen ist es überhaupt kein Thema. Jeder Dritte vertritt sogar die Meinung eine gesunde Lebensführung ist eher unwichtig, vielmehr zähle der Spaß im und am Leben.

Hauptsache Spass

Viele junge Männer verschwenden in der Jugend keinen Gedanken an eine gesunde Lebensführung, bei ihnen hat der Spaß Vorrang. Anders sieht es hingegen bei den jungen Frauen aus, sie kümmern sich eher um ihren Körper und ihre Seele, achten mehr auf ihre Gesundheit.Jeder Vierte ist der Überzeugung, daß durch den medizinischen Fortschritt eine gesunde Lebensführung überflüssig ist, da alles gut behandelt werden könnte. Dies ist natürlich ein fataler Denkfehler, denn jeder kann seinen Körper positiv beeinflussen und somit vor allem auch vor chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes verschont bleiben.

Prävention ist das Zauberwort

Die Krankenkassen haben dies schon seit Jahren mit Schrecken festgestellt, deshalb kooperieren sie immer öfter mit Schulen und Kindergärten, um bei den jungen Menschen ein besseres Verständis für Ihren Körper zu erlangen. So soll auf die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung im Alltag aufmerksam gemacht werden- der schnelle Burger sollte lieber durch ein frisch zubereitetes gesundes Mittagessen ersetzt werden. Auch die große Hektik sollte man sich im Alltag vom Hals schaffen, dies reicht oft schon wenn man mal für eine Stunde das Handy zur Seite legt. Kein Computer und keine Kommunikation einfach mal für sich Zeit haben, entspannen und Abstand vom Streß zu nehmen.   Die Jugend ist davon auch begeistert und nimmt die Ratschläge gern an. Sie wünschen sich sogar noch einen größeren Einsatz der Krankenkassen.

 

Zusatzversicherungen für Vorsorgeuntersuchungen

Betrug bei Abrechnungen im Kassensystem?

Gesundheitsfonds

Ärzte schreiben einen Kassenpatienten kranker als er wirklich ist? Das kann passieren, gerade im Bereich chronischer Erkrankungen. Aufgefallen sind uns als Makler solche Dinge schon früher. Kunden, die sich bei uns privat versichern wollen, raten wir dazu, die Patientenakte beim Arzt einzuholen. Hintergrund ist die Gesundheitsprüfung im Antrag, die stimmig sein sollte um Ausfälle der Versicherung zu vermeiden.

Niedergeschlagenheit wird zum chronischen Erschöpfungszustand?

Exemplarisch ist ein Beispiel, bei dem ein Patient an leichtem Bluthochdruck litt. Sonst war er fit, es gab keine weiteren Befindlichkeiten. Als die Patientenakte angefordert wurde standen da aber ganz andere Sachen drin. So wurde von einem depressiven chronischen Erschöpfungszustand berichtet, einem Burnout-Vorläufer.
Der Kunde war völlig überrascht von dieser Diagnose. Er war natürlich nicht glücklich über den Bluthochdruck, aber Depressiv?

Keine Versicherungsleistung wegen vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung?

Was wäre passiert, wenn der Kunde den Vertrag abgeschlossen hätte, nur mit dem Punkt „leichter Bluthochdruck“? Der Vertrag wäre angenommen worden, vielleicht mit einem Zuschlag.
Prüft die Versicherung jedoch beim nächsten Leistungsfall genau nach und macht eine Anfrage beim Arzt, wäre diese Aussage in der Patientenakte ein entscheidender Punkt.
Auch wenn der Krankheitsgrund ein völlig anderer gewesen wäre, der mit dieser umschriebenen Depression nichts zu tun hatte, kann die Versicherung ärger machen.
Hätte der Kunde diese Diagnose im Antrag angegeben, wäre es wahrscheinlich nicht zur Annahme gekommen- so das Argument der Versicherung. Die Versicherung könnte dann die Leistung verweigern, sogar vom Vertrag zurücktreten.

Nun im großen Stil?

Doch nun kommt heraus, dass ganze Krankenkassen nachträglich die Arztrechnungen „überarbeitet“ haben um mehr Leistung aus dem staatlichen Gesundheitsfonds zu erhalten. Diese Mehrleistungen erhält die Kasse dann, wenn „einfache Kranke“ auf einmal zu „chronisch Kranken“ werden – wobei die Logik sagt, dass chronisch Kranke in der Versorgung einfach mehr Geld kosten.
Das gesamte System scheint irgendwie komplett aus den Fugen geraten zu sein. Wird es Zeit für einen Neustart?

Auftakt zum Neustart?

Die Bürgerversicherung ist in letzter Zeit wieder vermehrt auf dem Radar der Medien erschienen. Die Idee, eine Versicherung für alle, würde die Private Krankenvollversicherung beerdigen zu Gunsten der staatlichen Versorgungssysteme. Wenn jedoch die o.g. Probleme vorher nicht gelöst werden, betrifft es in Zukunft nur noch mehr Menschen. Die Manipulation von Patientenakten hört wohl nicht einfach durch die Bildung einer Bürgerversicherung auf.

Bürgerversicherung zu Lasten der GKV?

hospital-bed-315869_1280Bürgerversicherung : würde diese tatsächlich zur Reduzierung von Arbeitsplätzen in der privaten Krankenversicherung führen, weil die private Krankenvollversicherung eingestampft wird? In einem Bericht in von T-online wird dies zumindes angesprochen.
Im Focus stehen aus unserer Sicht eher die gesetzlichen Krankenkassen mit einem Verwaltungsapparat, der schon „sagenumwoben“ ist.

Warum?
Die die Idee der Bürgerversicherung ist keineswegs neu, auch stehen Erfahrungen aus dem europäischen Nachbarstaaten diesbezüglich zu Verfügung. Einige Länder haben eine Einheitsversicherung mit Basisleistungen, in die jeder Bürger, mit Ausnahme vielleicht von höheren Beamten, einzahlt und versichert ist. Zusatzleistungen werden über private Anbieter abgedeckt, vergleichbar mit unserem System der privaten Krankenzusatzversicherung.

118:43 – wer löst hier wen auf?

Auf Grundlage einer Bürgerversicherung bleiben für die Anbieter privater Zusatzversicherungen die Geschäftsfelder bestehen. Zwar fällt dann die Vollkostenversicherung weg, aber daraus eine so hohe Arbeitslosigkeit abzuleiten? Wir sehen das Thema eher bei den gesetzlichen Krankenkassen.
Laut „Statista“ liegt die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2016 bei 118 Stück, private Krankenversicherer gibt es hingegen 43. Private Krankenversicherer unterscheiden sich jedoch auf Grund der Tarifbedingungen teilweise massiv im Leistungsspektrum, währen die gesetzlichen Kassen durch das Sozialgesetzbuch in der Leistungsdifferenzierung eingeschränkt sind. Braucht es da wirklich noch 118 Kassen?

Zusatzversicherungen werden dann verstärkt nachgefragt.

Eine medizinische Basisversorgung kann für den Patienten schwierig werden. 6 Stunden im Wartezimmer, lange Wartezeiten auf Konsultationen bei Fachärzten, Minimalstversorgung im therapeutischen Bereich…. Das gibt es alles schon, bei unseren Nachbarn. Zusatzversicherungen helfen dann, ein Zweibettzimmer im Krankenhaus mit Facharztbehandlung zu erhalten. Immerhin gibt die Versicherung Kostendeckungszusage direkt an das Krankenhaus. Allein das gibt beiden Parteien, dem Patienten und dem Behandler, die notwendige Sicherheit im Bezug auf Kostendeckung und Therapiemöglichkeiten.
Zahnzusatzversicherungen und Krankenhauszusatzversicherungen werden dann verstärkt nachgefragt werden. Zusatzversicherungen für den ambulanten Privatarzt inklusive Kostenübernahme für High End Medikamente sind heute schon verfügbar. Aufgrund der Prämienhöhe stehen diese Möglichkeiten jedoch nur Besserverdienenden zur Verfügung. Sicherlich wird es in Zukunft dafür auch Lösungen geben. Eine Nachfragesteigerung dürfte dann auch in diesem Bereich einsetzen.

Fazit

Natürlich muss eine Änderung kommen, beide Versicherungssysteme müssen überdacht werden. Während sich die Private jedoch neu erfinden kann, könnte die Bürgerversicherung bei der Gesetzlichen tatsächlich zu massivem Stellenabbau führen. Ob das auch passiert, oder ob es wiedermal politische Kompromisse zu Lasten vieler und zum Nutzen weniger geben wird, bleibt abzuwarten.

Blässe, Schwäche und Herzklopfen – Anämie?

woman-829179_640Ein Sprichwort sagt: Wenn man einen Frosch in kochendes Wasser wirft, dann tut er alles, um dem Inferno zu entkommen. Setzt man ihn aber in lauwarmes Wasser und erhöht langsam die Temperatur, dann kocht er bei lebendigem Leibe, ohne dass er Anstrengungen macht, sein Wärmegefängnis zu verlassen.
Stimmt das? Die Entwicklungen einiger Erkrankungen verläuft genauso. Bei einer Anämie tritt eine vergleichbare Entwicklung auf. Langsam schwindet die Kondition, die Haut wird blasser, die Herzfrequenz nimmt zu, man wird reizbarer und irgendwann merkt man, dass etwas nicht stimmt.
Dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen guter Rat teuer. Zusätzlich zum teuren guten Rat brauchen Mitglieder in der gesetzlichen Krankenkasse noch etwas Geduld – Fachärzte haben Wartezeiten. Es gibt jedoch auch die Möglichkeiten für Kassenpatienten, eine privatärztliche Behandlung zu erhalten und so auf Wartezeiten und Mindestbehandlung
zu verzichten.

Hämoglobin und Hämatokrit niedrig, Rest des Blutes auch komisch

Wie zeigt sich eine Anämie? Ganz einfach, wer es kaum schafft, eine normale Treppe zum nächsten Stockwerk zu erklimmen, jedoch nichts von einer Herzkrankheit weis, könnte an einer Anämie leiden. Hinzu kommen noch Kurzatmigkeit, Müdigkeit, meist nachmittags sowie eine Gereiztheit oder Ungeduld und eine blasse Hautfarbe.
Irgendwann können diese Symptome nicht mehr ignoriert werden, der Gang zum Arzt ist die Folge. Ein Blutbild gibt recht schnell Aufschluss über die Ursachen, die zu den Symptomen führen. Ist der Hämoglobinwert niedrig, etwa bei 50% der Norm und sind noch andere Werte wie Hämatokrit oder MCV zu niedrig, gibt es schnell die pauschale Aussage Anämie.

2 Klassenmedizin ohne Auswirkungen?

Hier fällt der erste große Unterschied von Kassenärztlichen Leistungen zu privatärztlichen Leistungen auf. In einem aktuellen Fall ist es so, dass ein Kassenarzt von einem Rezidiv (Eisenmangel trat das zweite Mal innerhalb eines gewissen Zeitraumes auf) spricht und eine Blutung im inneren andeutet. Nächster Termin zur weiteren Untersuchung 7 Tage später!

Kurze Rücksprache mit einem Privatarzt – „Hier sollte ein CT mit Kontrastmitteln unmittelbar gemacht werden“- Selbstzahlung möglich, etwa 1800€. Weiterhin sollte das Blutbild unter einem Mikroskop speziell beurteilt werden. Termin innerhalb 48 Stunden möglich.

 

Kommt jetzt der Kassenarzt, der Internist ist, ohne CT aus? Oder folgt bei der nächsten Untersuchung die Überweisung zum CT? Wie sieht es dann mit Wartezeiten aus, sind 3 Monate normal oder gibt es auch einen Termin innerhalb eines Monats?

Ausweg Kostenerstattungsprinzip?

Die gesetzlichen Kassen haben erkannt, dass sich das Bewusstsein ihrer Mitglieder geändert hat. Privatleistungen werden immer häufiger nachgefragt. Die Kassen bieten deshalb ihren Mitgliedern das Kostenerstattungsprinzip an. Dadurch kann eine privatärztliche Behandlung in Anspruch genommen werden. Im Allgemeinen bedeutet dies eine intensivere Untersuchung und Diagnostik, Wegfall der Wartezeiten, freie Arztwahl und vieles mehr.

Achtung Kosten

Die Kassen ermöglichen zwar Ihren Mitgliedern mehr Leistung in Anspruch zu nehmen, zahlen aber nur den Satz, der bei einer „normalen“ Behandlung angefallen wäre. Im aktuellen Beispiel wäre da die Frage, ob ein CT in diesem Fall überhaupt bezahlt worden wäre.  Aus diesem Grund werden spezielle Zusatzversicherungen für das Kostenerstattungsprinzip angeboten, die solche Kosten übernehmen.
Je nach Budget können diese Zusatzversicherungen in unterschiedlichen Leistungsstufen gezeichnet werden. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass der Antrag auf Kostenerstattung bei der Krankenkasse richtig ausgefüllt wird. Wer für seine Kinder diesen Vorteil nutzen will, kommt mit recht günstigen Versicherungsprämien in den Genuss der privatärztlichen Behandlung.

Vielleicht interessant: Kostenerstattungsprinzip im Krankenhaus?

Sachleistung oder Kostenerstattung im Krankenhaus?

GKV Mitglieder können über das Kostenerstattungsprinzip eine privatärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Sachleistung oder Kostenerstattung im Krankenhaus : Was im ambulanten Bereich Sinn macht, kann doch im stationären Bereich nicht falsch sein, oder?

Privatärztliche Behandlung im Krankenhaus für Kassenpatienten.

Privatpatient auf Antrag

Eine privatärztliche Behandlung macht Sinn, steht dadurch doch das Wohlergehen des Patienten im Vordergrund. Auch wenn das deutsche Gesundheitssystem weltweit zu den Besten gehört, im Ernstfall oder im Bereich der Prävention stehen nur dem Privatpatienten alle Optionen zur Verfügung.
Aus diesem Grund wurde von den gesetzlichen Kassen auch das Kostenerstattungsprinzip eingeführt. Dadurch können gesetzlich Versicherte sich wie ein Privatpatient behandeln lassen. Die Kostenerstattung gibt es auf Antrag bei der jeweiligen GKV.Beispiel: Barmer Antrag Kostenerstattung

Kostenerstattungsprinzip Antrag Barmer

Kostenerstattungsprinzip Antrag Barmer

Doch man sollte folgendes beachten: Die Kasse übernimmt nur die Grundkosten, also die Beträge, die mindestens von der Krankenkasse im „normalen“ System gezahlt worden wären. Die Restkosten, die gerade im Bereich der Arzneimittel horrende Summen erreichen können, zahlt man selbst- Ausweg : eine private Krankenzusatzversicherung.

Viele Auswahlmöglichkeiten, aber welche ist die Richtige?

Vier separate Auswahlmöglichkeiten und eine Komplettauswahl. Kann man beruhigt alle Möglichkeiten auswählen oder nicht?

  • Ärztliche Versorgung: diese steht für den ambulanten Bereich. Wer diesen Bereich ankreuzt kann sich bei einem Arzt mit Kassenzulassung privat behandeln lassen. Auf die Voraussetzung der Kassenzulassung wird explizit hingewiesen im Satz unter den Auswahlmöglichkeiten.
  • Keine Einschränkung bei Privatärzten ohne Kassenzulassung: Trotz des Hinweises der Barmer ist eine Kostenübernahme bei reinen Privatärzten möglich, es muss nur mit der privaten Versicherung vereinbart werden. Eine Leistung erfolgt dann auch ohne Vorleistung der GKV.
  • Veranlasste Leistungen wie Medikamente, Heilmittel, Hilfsmittel usw.:
    Hier kann es Schwierigkeiten geben. Nicht jede Zusatzversicherung leistet in diesen Bereichen. Abhängig von der gewählten Zusatzversicherung können spürbare Kostenauf den Pateinten zukommen. Ein entsprechender Berater erkennt jedoch die Fallstricke und bietet die passende Zusatzversicherung an.
  • Zahnärztliche Leistungen: Kann auch gewählt werden, abhängig von der Zusatzversicherung.
    Notwendig ist dieser Punkt aus unserer Sicht jedoch nicht da es heute besondere Zahnzusatzversicherungen am Markt gibt die hervorragenden Schutz bieten.
  • Stationäre Leistungen: Aus unserer Sicht ungünstig. Wählt das Mitglied diesen Punkt, kommt es mindestens zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand ohne Leistungsvorteile. Im Gegenteil, im Einzelfall können tatsächlich Kosten entstehen, auf denen der Patient sitzen bleibt.

DRG Abrechnungssystem im Krankenhaus für Kasse und Privat

Krankenhausbehandlungen werden nach Fallpauschalen abgerechnet, den DRG (Diagnosis Related Groups). Wie die DRG´s mit den Leistungsträgern, sprich entweder den gesetzlichen oder privaten Leistungsträgern abgerechnet wird, ist geregelt. Ganz grob gesagt werden bis hier hin Kassen und Privatpatienten gleichbehandelt. Wahlleistungen stehen darüber hinaus nur dem Privatpatienten zu. Das bezieht sich dann auf die Unterkunft (1 und 2 Bettzimmer) sowie die privatärztliche Behandlung. Hier ist der springende Punkt. Die privatärztliche Behandlung ermöglicht über die DRG´s hinaus eine optimale Behandlung nach ärztlicher Kunst. Bei OP´s können zum Beispiel andere Materialien oder Operationsformen verwendet werden. Auch Arzneimittel können sich unterscheiden.

Doch wie ist dieses Optimum zu erreichen? Aus unserer Sicht belässt man einfach den „stationären Bereich“ im herkömmlichen System. Man kreuzt diesen Punkt einfach nicht im Antrag an. Eine leistungsstarke Krankenhauszusatzversicherung liefert von sich aus alle benötigten Leistungen. Im Leistungsfall rechnet das Krankenhaus die DRG´s mit der gesetzlichen Kasse direkt ab und die Differenzrechnung für die Privatbehandlung bekommt der Patient zur Weiterreichung an die Zusatzversicherung.

Was wäre, wenn man trotzdem ankreuzt?

Man erhält im Leistungsfall die Rechnung, auch die für die gesetzliche Kasse, direkt vom Krankenhaus und reicht diese dann ein. Die GKV zahlt die DRG´s nach Katalog, den Rest muss man sich dann von der privaten Zusatzversicherung holen. Ein Arbeitsschritt mehr, wer braucht das schon?

Angebot: Privatarzt / Privatpatient trotz GKV – die perfekte Zusatzversicherung