2 Klassenmedizin im Praxistest

Gibt es Sie wirklich, die 2 Klassenmedizin? Oder handelt es sich hier einfach nur um einen Verkaufstrick geschäftstüchtiger Versicherungsverkäufer?
Versprochen wird eine Behandlung auf dem Niveau eines Privatpatienten bei Abschluss von entsprechenden Zusatzversicherungen. Doch gibt es wirklich Vorteile?

Höhere Behandlungsstandarts für Privatpatienten?

In einigen Bereichen gibt es praktische Erfahrungen, die Belegen, dass optimale Behandlungsmethoden Privatversicherten eher zur Verfügung stehen als gesetzlich Versicherten Patienten. Ein Doktor berichtet:

Können GKV Patienten privatärztliche Leistungen erhalten?

Seit Einführung des Kostenerstattungsprinzips in der gesetzlichen Krankenkasse
ist eine privatärztliche Behandlung für jeden Patienten möglich.
Ein Wechsel vom „normalen“ Sachleistungsprinzip zum Kostenerstattungsprinzip
ist jedoch genau zu überlegen. Privatärztliche Behandlungen verursachen wesentlich mehr Kosten im Vergleich zu Kassenleistungen. Diese Mehrkosten zahlt der Patient aus eigener Tasche.
Gerade im Bereich von Medikamentenverordnungen können die Kosten erheblich sein.
Private Krankenzusatzversicherungen können  im Rahmen der Tarifbedingungen
auch Kosten für derartige Medikamente übernehmen.

2 Klassenmedizin ade

Mit privaten Restkostenversicherungen kann das Kostenrisiko bei privatärztlicher Behandlung aufgefangen werden. Auch die Wahlärztliche Behandlung im Krankenhaus ist möglich, inklusive der dabei verwendeten Materialien und Medikamente.
Eine Behandlung auf dem aktuellen Stand der Medizin ist somit auch für Kassenpatienten zu haben.

Antwort auf Kassenleistungskürzungen

Der Kampf beider Versicherungssystem, der gesetzlichen Krankenkasse und der Privaten Krankenversicherung, wird medial geführt. Frontal 21 zeigt, wie die Kosten-
einsparung zu lasten der Versicherten vorangetrieben wird.
Welche Möglichkeiten es für den einzelnen in betracht kommen um sich in Zukunft vor weiteren Kürzungen zu schützen, möchten wir aufzeigen.

Frontal 21 Bericht – Hilfsmittel – es wird gespart

Ein Erfahrungsbericht aus erster Hand, es macht bestürzt, traurig – es regt zum nachdenken an.

Gesetzlicher Versicherungsschutz wird sich verringern

Es liegt auf der Hand, dass sich der Umfang der Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung auch weiterhin verringern wird.
Die Hintergründe sind vielfältig, aufhalten lässt sich diese Entwicklung wahrscheinlich nicht.
Andere Länder in der EU haben diese Entwicklung bereits hinter sich. Recht stabil
läuft eine Variante, die einen Basisschutz für alle vorsieht, der dann wahlweise um
private Leistungsmodule erweitert werden kann.

Zusatzbausteine für eine optimale, private Absicherung

In Deutschland stehen den Versicherten gesetzlicher Krankenkassen immer mehr
Möglichkeiten offen, privat den Schutz zu ergänzen.
Die radikalste, leistungsstärkste aber auch kostenintensivste Möglichkeit sieht das Kostenerstattungsprinzip vor.
Hier wird der Patient bei der Behandlung als Privatpatient angesehen. Behandlungsmethoden, Therapien und Hilfsmittel werden jetzt anders verordnet.
Die Folge ist ein starker Anstieg der Behandlungskosten welcher vom Patienten zu bezahlen ist.
Immer mehr private Anbieter übernehmen gegen eine Versicherungsprämie diese Mehrkosten zum Teil zu 100%.
Zur Zeit können unter anderem folgende Zusatzleistungen privat gebucht werden:

  • Restkostenabsicherung Kostenerstattung ambulant
  • Psychologische Behandlungen
  • Vorsorge über GKV Niveau
  • Hilfsmittelübernahme ( Rollstühle, Prothesen, Inkontinenzartikel usw..)
  • Kostenerstattung bei Heilmittelverordnungen ( Ergo oder Physiotherapie usw.)
  • Privatärztliche, ambulante und stationäre Behandlung
  • Naturheilkundeverfahren, ambulant und stationär
  • Brillen
  • stationäre Kuren
  • und vieles mehr

Zusatzversicherungen nach Leistung auswählen

Die privaten Zusatzversicherungen können die Lösung in der Frage nach bestmöglicher, medizinischer Versorgung sein.
Wie immer kommt es jedoch auf die Tarifinhalte an. Leistungsversprechen sind schön, eine Leistungsgarantie stellen jedoch nur die in den Tarifbedingungen zugesagten Leistungen dar. Wir bieten daher eine Leistungskalkulation. Wir selektieren auf Wunsch die Versicherungen, die bestimmte Leistungsmerkmale Ihrer Wahl garantiert bieten.

Weitere interessante Artikel: Krankenhauszusatzversicherung Vergleich

Hirnimplantat überbrückt Rückenmarksverletzung

Ein Bericht der New York Times vom 13.04.2016 stellt den ersten funktionierenden Fall einer überbrückten Rückenmarksverletzung durch ein Hirnimplantat vor. Sensoren geben Hirnströme und somit Denkprozesse direkt an die Muskeln des Patienten weiter. Im beschriebenen Fall kann ein Patient mit einer massiven Rückenmarksverletzung (Quadriplegia) nun seine Hand so bewegen, dass er sogar ein Gitarren Videospiel beherrscht. Eine Sensation, wenn man bedenkt, dass der Patient eigentlich nur Bewegungen in den Schultern und den Oberarmmuskeln ausführen kann.

Mobilitätsproblem in wenigen Jahren gelöst

Die Übertragung der Informationen an die Muskeln des Patienten sind nun zwar möglich, weitere Entwicklungen sind aber dennoch notwendig.
Im Moment ist ein ganzes Labor notwendig um die Datenübertragung zu gewährleisten. Aufgrund der rasanten, technischen Entwicklungen könnte in wenigen Jahren eine mobile Version dieser Technologie zur Verfügung stehen.

Zahlt die Krankenversicherung die Behandlung?

Nun, genau lässt sich so etwas im Vorfeld nicht klar darstellen. Jedoch gibt es positive Entwicklungen im Bereich Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen. Für einige gelähmte Personen kommt die Nutzung eines Exoskelettes in Frage. Dieses Hilfsmittel erlaubt Personen mit bestimmten Rückenmarksverletzungen das selbstständige laufen. Dadurch wird der gesamte Organismus des Patienten positiv beeinflusst.
Es sind bereits 5 Fälle bekannt, in denen Krankenkassen die 60.000€ teuren Hilfsmittel bezahlten, inklusive der Reha Maßnahme die zusätzlich pro Monat 15.000€ kosten kann.
Es wird also fallabhängige Entscheidungen zu Kostenübernahmen geben. Bei Privaten Krankenversicherungen entscheidet darüber hinaus auch der Inhalt der Versicherungsbedingungen über die Bereitschaft zur Zahlung. Ein Ausschluss wäre zum Beispiel ein geschlossener oder beschränkter Hilfsmittelkatalog.

Hilfsmittel in der Privaten Krankenversicherung

Privatpatienten können bessergestellt sein als gesetzlich versicherte, müssen es aber auch nicht sein. Schließt eine private Krankenversicherung zum Beispiel geschickt den medizinischen Fortschritt in den Tarifbedingungen aus, gibt es für solche Neuentwicklungen sicher keine Leistungszusage.
Verfügt jedoch der Versicherungsvertrag über eine „offene Formulierung“ sieht es für den Patienten besser aus:

Erstattungsfähig sind die Aufwendungen für technische Mittel und Körperersatzstücke, die Behinderungen, Krankheits- oder Unfallfolgen unmittelbar mildern oder ausgleichen sollen, sowie für Behandlungs- und Kontrollgeräte….

 

Es sollten keine Einschränkung auf bestimmte, namentlich bezeichnete Hilfsmittel bestehen und auch keine Beschränkungen wie „einfache oder mittlere Ausführung / Standard“ enthalten sein.

Schön wäre natürlich, wenn dieser Fortschritt jedem Patienten gleichermaßen zur Verfügung stehen könnte, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Wichtig für Kassenpatienten: Ambulante Zusatzversicherung Privatpatient beim Arzt

Cyberrisiken- wo liegt die Haftung?

Teil 2 zum Thema Datenversicherung und Cyberversicherung

Bei jedem Hackerangriff, Datendiebstahl oder auch bei jeder Erpressung besteht auch ein Haftungspotential- zumindest in Deutschland. Das Haftungspotential besteht gegenüber den Kunden des Unternehmens. Auch das Finanzamt, ein leitender Angestellter, der Geschäftsführer oder auch der Vorstand rücken bei Haftungsfragen in den Fokus.

Wo kann Haftung für Unternehmen und deren Organe entstehen

Haftung aus Cyberrisiken kann zum Beispiel in folgenden Fällen entstehen:

VorfallRechtsgrundlagen
Weitergabe von Schadsoftware
z.B. durch Mail Anhang oder Homepagedownload
BGB „Deliktrecht“
oder „Vertragsrecht“
DoS-Angriff auf Dritte oder Vertragspartner von
VN-System
BGB „Deliktrecht“
oder „Vertragsrecht“
Persönlichkeits-Rechts- GF Verletzung
durch IT-System des VN (z.B.
Homepage, Mail, Downloads)
BGB „Deliktrecht“
oder „Vertragsrecht“
Buchhaltungsunterlagen (Daten) zerstört, beschädigt,
verändert
Handels-Recht
Steuer-Recht
Abgaben-Ordnung
Daten von Kunden /Geschäftspartnern Vertraglicher Schutz als „Vertrauliche Information“ Gesetzlicher Schutz als Geschäfts-/Betriebsgeheimnis (vergl. § 17 UWG)BGB
„Vertragsrecht“

Cyberrisiken erzeugen auch Haftung der Geschäftsführer

Cyberrisiken treffen auch Geschäftsführer

Jeder Außenanspruch, der eine Haftung gegenüber Dritten darstellt kann zu einen Innenanspruch führen. Der Firmeninhaber kann sich den Schaden durch die Organe des Unternehmens ersetzen lassen. Diese haften im Zweifel in voller Höhe mit dem Privatvermögen.
Folgende Fälle sind bereits bekannt:

Ein Virus verschlüsselt Daten- das Unternehmen hat eine Betriebsunterbrechung und muss Lösegeld zahlenDer Vorstand muss darlegen, dass alle IT Systeme auf dem neuesten Stand waren und die Mitarbeiter geschult waren- gelingt das nicht besteht Haftung mit Privatvermögen
Ein Mitarbeiter entwendet Daten und verkauft diese an die KonkurrenzHat die Geschäftsleitung alles erdenkliche getan um diesen Schaden zu vermeiden? Haftung schon dem Anschein nach.
Die Buchhaltung wird durch einen Buchhalter gestohlen oder absichtlich falsch dargestellt - tatsächlich passiert!Überhöhte Steuerzahlungen drohen, der Inhaber nimmt Regress beim Vorstand/ Geschäftsführer.
Kundendatenbank wird gehackt und an den Konkurrenten verkauftWaren alle Sicherheitsvorkehrungen auf dem neuesten Stand? Haftung kann auf GF übergehen.

Ein Absicherungskonzept muss ganzheitlich schützen

Die Frage nach „der Cyberversicherung“ stellt sich demnach nicht. Ein nachhaltiges Versicherungskonzept schützt alle neuralgischen Bereiche des gesamten Unternehmens.
Genau wie die Managerhaftung, die Haftung gegenüber Dritten und die Eigenschäden, müssen auch Rechtskosten mit abgedeckt sein. Dadurch wird ein lückenloser Versicherungschutz gewährleistet.

Tarifinhalte – das Kleingedruckte entscheidet

Guter Schutz muss nicht teuer sein, die Tarifbedingungen müssen nur stimmen. Worauf bei der Cyberversicherung zu achten ist, wo Fallstricke liegen können und wie vorteilhafte Formulierungen aussehen können werden wir im nächsten Artikel beleuchten.

D&O Versicherung  Angebot

Leak´s und andere Katastrophen-die Datenversicherung

Wie ein Mitarbeiter eine ganze Firma ins Wanken bringt, dabei noch ein politisches Erdbeben auslöst und was man im Notfall tun kann.

Die Panama Papiere sind in diesem Jahr der zweite medienwirksame, kostspielige „Unfall“ der ein Unternehmen und deren Geschäftsführer oder Vorstände in Bedrängnis bringen können.
Hat Locky bisher „nur“ die Daten der Festplatte verschlüsselt lösen die Panama Papiere ein weltweites, politisches Erdbeben aus. Während bei Locky nur Lösegeld zu zahlen war und eventuell etwas Schadenersatz, sieht es im aktuellen Fall ganz anders aus- die Folgen sind nun nicht mehr abschätzbar!
Locky und die Folgen können komplett über eine Cyberversicherung abgedeckt werden. Auch wenn den Managern Pflichtverstöße in der IT angelastet wurden gab es bei entsprechendem Versicherungsschutz kein Problem- die Versicherung zahlt, die Bilanz wird geschont.

“You change a name but that’s okay It’s necessary” – die Versicherung hilft

Manchmal sind die Schäden aber irreparabel. Der Name der Anwaltskanzlei in eben diesem Fall dürfte für die nächsten Generationen verbrannt sein. Keine PR Maßnahme dürfte stark genug sein, um zu erklären warum ein einzelner Mitarbeiter die Daten geleakt hat, aber in Zukunft keine Gefahr mehr besteht. Hier hilft nur ein beherzter Neustart, unter anderem Namen, an einem anderen Ort? Was zahlt unter Umständen die Versicherung?

Wo liegen die Möglichkeiten einer Cyber- oder Datenversicherung

Was ist eigentlich mit Cyberversicherung gemeint? Eine „einzelne“ Cyberversicherung
(Datenversicherung) gibt es zwar, macht aber nur begrenzt Sinn. Vielmehr vollumfänglich schütz ein Konzept aus mehreren Komponenten:

Cyberbausteine Datenversicherung
Eigenschäden können zum Beispiel in folgenden Bereichen auftreten (Checkliste):

BereichBeispiele
ForensikErmittlung der Ursache, Art+Umfang der
Auswirkung und/oder Identifizierung Betroffener
Personen oder Daten
AnzeigepflichtenHonorare RA: Ermittlung §§ und
korrekte Meldung und Anzeige
Benachrichtigung d. Dateninhaber
Kosten für das behördl.Meldeverfahren
Call-Center-Kosten
Kosten für Bank-/
Kreditüberwachung
Kosten für: Beobachtung, Beurteilung,
Auswertung von Konten
Wie lange: 12 Monate
Wann:
a) gesetzl. Vorgeschrieben
b) bei Abhandenkommen von Soz.Vers.
Führerschein-Nr.o.ä. mit denen Kontoeröffnung
möglich wäre.
Krisenmanagement und PR-MaßnahmenKM wird durch HiSolutions erbracht und beinhaltet
alle Maßnahmen im Sinne von Business
Continuity, interner und externer Kommunikation,
sowie alle weiteren anfallenden
organisatorischen, technischen und personellen
Maßnahmen (Quasi der "Schutzbrief" nach
Eintritt eines versicherten Schadenfalls.)
PR-Maßnahme: Einfluss auf Medien nehmen
BetriebsunterbrechungDie Produktion oder die
Dienstleistungserbringung ist teilweise oder
vollständig unterbrochen, wegen:
I, 2.1 Datenrechtsverletzung
I, 2.2 Hackerangriff x
I, 2.3 Dos-Angriff x
I, 2.4 Erpressung
Vertragsstrafena) Kredit-/Zahlkarten-Vereinbarungen x x
b) Betriebsgeheimnisse
LösegeldErpressung = Drohung gegenüber VN (oder Tochter) mit einem Hacker-angriff oder einer DoSAttacke
WiederherstellungskostenReparaturkosten für Daten, z.B.:
Website, Intranet, Extranet, Netzwerk,
Computersysteme, In eigenen Programmen,
Verwaltungs-, Buchhaltung-, Maschinen- oder
sonstige technische Steuerungs-Daten.
Sicherheitsanalyse / -VerbesserungKosten nach Schadenfall die Sicherheit
herzustellen und ggf. zu verbessern
SchadenminderungAlle Kosten, die den Schaden verringern bzw. die Betriebsunterbrechung verkürzen.

Fremdschäden entstehen häufig, die Innenhaftung resultiert daraus. Der Grund liegt dabei relativ klar auf der Hand. Wird ein Unternehmen in Haftung genommen weil zum Beispiel ein Datendiebstahl stattgefunden hat, kommen schnell die Fragen nach Verantwortlichen auf. Ob Managementfehler oder Deligationsschäden bei der Aufgabenübertragung an ungeeignetes Personal, der leitende Angestellte, Geschäftsführer oder Vorstand können in Haftung genommen werden- vom Eigentümer = Innenhaftung.

weiter zum 2. Teil: Cyberrisiken – wo liegt die Haftung

Cyberversicherung / Datenversicherung Sicherheitskonzepte

Vergleichbare Artikel : Erpressung – was leistet die Cyberversicherung?