Lebensversicherung: Treffer, Versenkt?

Medical tube with symbol biohazardDie Pleite  Übernahme der Düsseldorfer Pfandbriefbank gibt zu denken. Nachdem nun der Einlagensicherungsfond der neue Eigentümer der Bank ist, dürfte klar sein was passiert ist. Aber was hat das mit Ihrer Lebensversicherung zu tun?

Was ist der Einlagensicherungsfonds?

Laut Wikipedia: „Einlagensicherungsfonds sind Sicherungssysteme der Banken zum Schutz der Kundengelder im Falle einer Insolvenz.“

„Mit der Übernahme ( A.d.R.Düsseldorfer Pfandbriefbank) ist die Fortführung der Bank im Interesse der Kunden und der Finanzmarktstabilität garantiert“, erklärte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

War oder ist etwa die Finanzmarktstabilität gefährdet?

Nun, das klingt bald so. Es knirscht an allen Ecken und Enden. Vor wenigen Tagen gab es eine recht deutliche Ansage seitens der Lebensversicherer. Im Artikel der WIwo  wird das Thema Zukunft der Lebensversicherung kritisch beleuchtet- endlich! Hervorheben kann man das Zitat von Nobert Heinen (Württembergische Versicherung) „Die Lebensversicherungsbranche wird sich neu erfinden müssen oder untergehen“.

Seriosität ist eben nicht den Kunden Sand in die Augen zu streuen sondern auch mal klar zu sagen was Sache ist! Danke hierfür!

Seriosität kann  man aber auch an anderen Dingen erkennen, dazu gehört unter anderem die Stornoquote in eben jenem Geschäftsfeld.
Hier weist die Württembergische mit etwa 3,6% einen wirklich guten Wert auf, der Branchenschnitt liegt bei 4,4%.  Die Basler Versicherung liegt zum Beispiel mit 7% Stornoquote fast doppelt so hoch.

( Quelle: http://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/diese-lebensversicherer-haben-die-groessten-stornoprobleme-121817.php?vc=newsletter&vk=121817)

Wer schützt den Kunden eigentlich im Falle der Insolvenz einer Lebensversicherung? Wieder der Einlagensicherungsfonds? Wie oft kann der wohl Einspringen? Wieviel Banken oder Lebensversicherung kann man damit eigentlich Retten?

Welches Lebensversicherungsgeschäft noch gut für den Kunden ist

Einer Versicherung bezahlt man zur Risikoabsicherung! Welche Risiken kann man auf eine Lebensversicherung abwälzen? Zum Beispiel:

– Berufsunfähigkeit
– Tod
– Langlebigkeit

Im Falle der Berufsunfähigkeit kann eine entsprechende Versicherung das ausfallende Einkommen ersetzen. Solche Absicherungsformen laufen bisher über die Lebensversicherung. Auch der Todesfall kann abgesichert werden. So erhalten im Falle des Ablebens der versicherten Peron die Hinterbliebenen eine vorher vereinbarte Geldsumme. In den Focus rückt aber auch das Risiko der Langlebigkeit. Rentenversicherungen kalkulieren anhand der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Menschen.
Wer in der Familie überdurchschnittlich viele Fälle von Langlebigkeit hat, könnte gut daran tun eine solche, auf normale Lebenserwartung kalkulierte, Absicherungen zu kaufen. Es ist einfach gesagt „eine Wette auf die Lebenserwartung“- wer deutlich länger als der
Durchschnitt lebt – gewinnt, zumindest finanziell.

Auf seriöse Anbieter achten

Sicherlich wird es gelingen die Lebensversicherung neu zu erfinden, da sind wir uns sicher. Krisenzeiten wie diese dienen daher eher, die Spreu vom Weizen zu trennen. Man sollte sich auf jeden Fall heute die Reaktionen und die Kundenähe einzelner Versicherer besonders ansehen und in Erinnerung behalten. Wir tun das jedenfalls für unsere Kunden- Die Spreu trennt sich bereits vom Weizen.
Berufsunfähigkeitsversicherungen, Renten- und Todesfallabsicherungen sollte man daher nach Leistung und Service der Gesellschaft auswählen.
Die Versicherung, die ihre Kunden heute im Regen stehen lässt, wird dies in Zukunft wahrscheinlich auch tun.

Guter Cop – Böser Cop: Das können die Krankenkassen auch!

bildelvisundhundEs ist mal wieder Zeit den privaten Krankenkassen die rote Karte zu zeigen und so laufen diverse Zeitungskampagnen in diesen Tage die Presselandschaft rauf und runter. Durch die wiederholte Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze kann man jetzt Gott sei aus der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche Kasse wechseln. ENDLICH!!
Warum eigentlich endlich? Und wo bleiben eigentlich die Darstellungen zu Preis und Leistung der gesetzlichen Kassen. Schleichen da etwa wieder Zusatzbeiträge in erhöhter Form durch die Hintertüre? Schlechte private Kasse, gute gesetzliche Kasse?
Wo bleibt der Beitragszahler und somit auch potentielle Leistungsempfänger bei dieser Diskussion? Vermutlich auf der Strecke wenn er nicht aufpasst. Lösungen werden bei den üblichen Verdächtigen ja nicht im Überfluss angeboten! Warum auch, man wird fürs bashen bezahlt und nicht für Lösungsansätze! Sehr originell und vorallem sehr glaubhaft!

PKV / GKV unterschiedliche Systeme, unterschiedliche Leistung

Um die Leistungsunterschiede der Systeme darzulegen braucht es eigentlich nur einen Blick in die Vertragsvereinbarungen bzw. ins Sozialgesetzbuch.

Die Gesetzliche Kasse Leistet wie folgt: §12 SGBV

 „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“

Jeder, der schon mal miterlebt hat, wie schwer kranke Patienten hier wegkommen weiß was „ausreichend“ bedeutet und das damit nicht Therapiefreiheit einhergeht.

Die privaten Kassen leisten wie folgt:

 „Versicherungsfall ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Personwegen Krankheit oder Unfallfolgen. Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung; er endet,wenn nach medizinischem Befund Behandlungsbedürftigkeit nicht mehr besteht.“

Steht da was von ausreichend oder zweckmäßig? Nein, hier kann der Arzt nach ärztlicher Kunst Heilen und Lindern. Es besteht für den Patienten Mitbestimmungsrecht bei der Wahl der Therapie.

Licht und Schatten

Natürlich hat so Mancher auch einen faden Beigeschmack wenn er an private Kranken-versicherungen denkt. „Die Zahlen doch nicht!“ Stimmt! Wenn die nicht müssen werden die auch nicht! Es sind halt Versicherungen. Da kommt es dann auf die Auswahl der Versicherung an. Es gibt Tarife, die müssen zahlen!  Warum?  Weil es so in den Bedingungen steht!
Es gibt aber Versicherungen, die die  Tarfibedingungen recht speziell formuliert haben und so kommt es, dass dann die Kur oder REHA eben nicht bezahlt werden. Daher haben private Krankenversicherungen eben ein Fleck auf der an sich weißen Weste. Aber auch hier gilt- wer lesen kann ist klar im Vorteil- also ran an die Bedingungen. Alternativ kann man natürlich auch jemanden Fragen der sich mit so etwas auskennt.

Ein weiterer Punkt sind natürlich die horrenden Beiträge im Alter

Es gibt eine Art Hybridmodell – Kostenerstattung macht den GKVler zum Privatler

Die Beiträge der PKV sind im Alter nur gefühlt höher als bei der gesetzlichen Kasse. Wer Leistung braucht, und das kann schon mal vorkommen ab 67, wird schnell merken was das Wort „ausreichend“ im Versicherungsschutz der gesetzlichen Kasse für Möglichkeiten eröffnet- den Kassen natürlich-nicht den Patienten.

Allerdings muss Versicherungsschutz auch bezahlbar bleiben, was nützt die beste private Krankenversicherung wenn man die Prämien nicht mehr zahlen kann?

Die Lösung heißt: Kostenerstattungsprinzip

Hier kann der gesetzlich Versicherte privatärztliche Behandlung erhalten. Die Beschränkungen wie „ausreichend und zweckmäßig “entfallen dann, Wartezeiten gibt es dann komischerweise auf einmal auch nicht mehr. Hat man dann noch eine private Zusatzversicherung speziell für das Kostenerstattungsprinzip kann man die zusätzlichen Kosten dann von der privaten Kasse bezahlen lassen.

Der Vorteil- Man hat niedrige Beiträge bei der gesetzlichen Kasse und kann sich trotzdem als Privatpatient behandeln lassen. Die Zusatzversicherung kostet zwar ein paar Euro, aber insgesamt zahlt man weniger Prämie als bei der privaten Vollversicherung.

TIPP: Junge Personen können von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Wer für sich eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse nicht ausschließen will, kann sich einen Tarif suchen, der später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die Zusatzversicherung für Privatpatienten umgewandelt wird. Eben jenen Tarif für
das Kostenersttungsprinzip der gesetzlichen Kassen.

Funktionelle Invaliditätsversicherung – endlich eine Versicherung die zahlt?

Am Versicherungsmarkt lässt sich eine neue Entwicklung beobachten. Deutlich preiswertere und transparentere Versicherungsformen kommen auf den Markt und machen den klassischen Produkten wie Berufsunfähigkeitsversicherung und Co. Konkurrenz. Wie die funktionelle Invaliditätsversicherung Lücken füllt:

Funktionelle Invaliditätsversicherung vs. BU Versicherung

Erst wenn man Leistung beantragt, werden die Unterschiede deutlich. Unterschiedliche Stationen sind zu Meistern, bevor die Versicherung zahlt:

funktionelle Invaliditätsversicherung

Wer eine passende Versicherung sucht, sollte auch die bürokratischen Hürden im Leistungsfall mit einkalkulieren. Gerade bei Krankheit ist man nicht belastbar und ist eventuell auch finanziell auf eine zügige Auszahlung der Versicherungsleistung angewiesen.
Hier hilft die funktionelle Invaliditätsversicherung wenn klare und transparent definierte Leistungsvoraussetzungen vorhanden sind. Ein Anbieter dieses Segmentes hält sich
sogar an internationale, ärztlich auch messbare Standards zur Diagnosefindung. Somit kann auch der Hausarzt oder Internist des Patienten die Leistungsbearbeitung offen verfolgen. Leistungsverzögerungen aufgrund eventuell unterschiedlicher ärztlicher Meinungen können so kaum entstehen.

 Funktionelle Invaliditätsversicherung ist keine Universallösung

Wo Licht ist gibt es auch Schatten. So lassen sich zum Beispiel Depressionen nicht im Versicherungsschutz der Invaliditätsversicherung abbilden. Obwohl schwere psychologische Beeinträchtigungen auch zur Leistung führen ist ein typischer Burnout oder Boring out wohl eher schwer durchsetzbar.

 

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