Krankenzusatzversicherungen- Geiz ist geil?- Leistung ist besser!

Die WIWO veröffentlichte am  16.6.2014 unter der Überschrift „ Welche privaten Krankenzusatzversicherungen sich lohnen“ einen Artikel zu eben jenen Versicherungsprodukten. Durchleuchtet wurden die ambulante Zusatzversicherung, die stationäre Zusatzversicherung und die Zahnzusatzversicherung auf Grundlage einer Auswertung von Softfair.

Gut herausgearbeitet- Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht

Verzichtet die Versicherung im Leistungsfall auf das ordentliche Kündigungsrecht spricht dies für den Anbieter und ist durchaus ein Qualitätsmerkmal. In den Bedingungen kann eine solche Klausel wie folgt aussehen: „Der Versicherer verzichtet Ihnen gegenüber auf sein Recht, den Vertrag ordentlich zu kündigen“. Diese Formulierung stellt für den Kunden eine Sicherheit dar, weil er auch bei eventuell häufigeren Krankenhausaufenthalten die privatärztliche Behandlung genießen kann und nicht aus dem Vertrag
„komplimentiert“ wird.

„Günstiger Versicherungsschutz?“ – Das kann teuer werden

 Wenn ich im Flieger sitze hoffe ich immer, dass die Flugzeugteile nach Qualität und nicht nach Preis ausgesucht wurden. Bei einer Zusatzversicherung gilt dies im Prinzip auch. Im Bericht wurden nicht alle Unterschiede herausgestellt, der Preis scheint da wohl eher interessant gewesen zu sein.
Seltsam aber wahr: Krankenhauszusatzversicherungen können zum Beispiel auch Leistungen bei einem Krankenhausaufenthalt komplett ausschließen, in den Bedingungen sieht das Ganze dann so aus:
„Für eine medizinisch notwendige stationäre Heilbehandlung in Krankenanstalten, die auch Kur-, Sanatoriums- und Rehabilitationsbehandlungen durchführen…..  leistet der Versicherer nur…. wenn der Versicherer diese auf Antrag vor Beginn der Behandlung schriftlich zugesagt hat“

Es kann also sein, dass man zwar über die im Bericht beschriebenen hotelähnliche Flure in Richtung Privatklinik schlendert, nach seinem Krankenhausaufenthalt dann aber eventuell die Rechnungen selbst zahlen muss. Wer denkt schon daran vorher schriftlich anzufragen? Wer sagt einem, dass sein Antrag dann auch genehmigt wird falls man vorher anfragt, eine Garantie steht da nirgends in den Vertragsbedingungen. Hier sollte also mehr auf die Leistung und nicht auf den Preis geachtet werden. Es gibt auch Anbieter, die solche Formulierungen zu Gunsten des Kunden geändert haben.

 

Fazit– es gehören wesentlich mehr Kriterien zu einer Krankenhauszusatzversicherung als 1 Bettzimmer und Chefarzt. Wussten Sie, dass auch stationäre Kuren mit abgesichert werden können? Das kann wichtig sein im Fall von Anschlussheilbehandlung oder Reha. Naturheilpraktische Anwendungen können auch eingeschlossen werden, sowie diverse im Leistungsfall wichtige Optionen gewählt werden. Genaues Hinsehen lohnt sich also.

 

„Tipp: Brillen, Hörgeräte und Medikamente lieber selbst zahlen?“

Dieser Tipp stammt aus dem o.g. WIWO Artikel zum Thema. Wahrscheinlich waren damit kostengünstige Medikamente gemeint. Hintergrund dieser Empfehlung war wohl die Höhe der Prämien, die für eine Zusatzversicherung für das Kostenerstattungsprinzip fällig werden.  Die im Artikel angegebenen ca. 160€ monatlich sind hoch…

aber wofür versichere ich mich denn? Ganz klar – um Leistung zu erhalten!

Eine ambulante Restkostenversicherung befähigt mich als Kunde die Einschränkungen der GKV zu beseitigen und die dadurch entstehenden Mehrkosten abzusichern. Durch Umstellung auf das Kostenerstattungsprinzip erhalte ich dann nicht mehr die günstigste Behandlung und die günstigsten Medikamente, ich erhalte die individuell bestmögliche Behandlung nach heutigem Stand der Medizin. Was passiert wenn ein GKV Patient zum Beispiel die Nebenwirkungen eines Medikamentes nicht verträgt? Bekommt dieser Patient ein alternatives Medikament? Die gesetzliche Krankenkasse lässt zwar Alternativen prüfen, aber wie lange dauert diese Prüfung und vor allem wird dann tatsächlich ein anderes Medikament gezahlt? Alternative Medikamente ohne Nebenwirkungen können teilweise 50.000€ und mehr pro Behandlungszyklus kosten, je nach Erkrankung. Dies aus eigener Tasche zu zahlen ist schon sportlich. Wer solche Kosten neben privatärztlichen Honoraren bei ambulanten Behandlungen absichern will, kommt um eine ambulante Restkostenversicherung nicht herum.

 Fazit gesamt:

Leistungstests und Rankings für die Zusatzversicherung sind wichtig und auch gut. Die den Tests zugrunde liegenden Kriterien sind aber individuell angepasst und bewirken jeweils andere Testergebnisse. Man kann sich daran orientieren, eine Entscheidung für einen Anbieter sollte aber nach den eigenen, individuellen Wünschen erfolgen. Bei einer ambulanten Restkostenversicherung sind die Vorteile für den Patienten am höchsten, hier entsteht der meiste Nutzen für den Kunden. Wer chronisch erkrankt, verbringt meist mehr Zeit bei ambulanten Behandlungen als im Krankenhaus. Hier ist eine privatärztliche Behandlung in Verbindung mit einer optimalen Medikamentenversorgung  essentiell und sorgt für schnellstmögliche Genesung. Die Preise liegen je nach Alter und Gesellschaft zwischen 30€ und 160€ im Monat.

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