Neuigkeiten zum Gesundheitszustand – Erkrankungen versus Unfallverletzungen

Erkrankungen traten 2009 im Schnitt 23 mal häufiger auf als Unfallverletzungen( Quelle: Kranke und Unfallverletzte nach Altersgruppen Ergebnisse des Mikrozensus 2009).Geht man in die Altersgruppe der 0-20 jährigen Personen, so ist der Unterschied teilweise noch deutlicher.
Nicht jede Erkrankung und jede Unfallverletzung führt zur Invalidität der Betroffenen, jedoch ist der Trend eindeutig, Erkrankungen nehmen zu! Gegenüber 2009 stieg im Jahre 2011 die Zahl der schwerbehinderten Menschen um 2,6%.

Kinderinvaliditätsversicherung setzt sich durch

Kinder und Jugendliche verfügen nicht über einen ausreichenden Schutz, sollten sie zum Invaliden werden. Aus o.g. Gründen wirkt eine Unfallversicherung nur in den wenigsten Fällen.  Diese Versorgungslücke kann mit einer Kinderinvaliditätsversicherung geschlossen werden. Diese zahlt eine lebenslange Rente im Fall der Invalidität, egal ob durch Krankheit oder Unfall ausgelöst.

Traditionelle Anbieter wählen

Es hat sich bisher meistens bewährt auf  traditionelle Anbieter des Produktes zu setzen. Neuerscheinungen am Markt können gut sein, Kontrolle der Versicherungsbedingungen ist jedoch angebracht. Folgende Leistungsmerkale sind aus unserer Sicht erfahrungsgemäß die, auf die es im Versicherungsfall ankommt:

  • Feststellung der Pflegebedürftigkeit durch das Versorgungsamt ( neutrale Beurteilung nach Schwerbehindertenrecht- vermeidet Meinungsverschiedenheiten mit der Versicherung)
  • Leistung ab einem GdB von 50
  • Zahlung einer monatlichen Rente ( Im Leistungsfall vorteilhafter, gerade bei lebenslanger Invalidität)
  • Umwandlungsoption in eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • Beitragsabsicherung im Todesfalle des Beitragszahlers

 Ein Aussagekräftiger Test zum Thema Kinder Invaliditätsversicherung findet sich hier

Aktueller Finanztest Kinderinvaliditätsversicherung 2013

Die aktuelle Finanztestausgabe 2013 bewertet die Kinderinvaliditätsversicherungen neu, oder versucht es zumindest. Ich denke, einige kritische Punkte der Kinderinvaliditätsversicherung werden anders interpretiert als es vielleicht die Bedingungen hergeben. Folgendes Beispiel:

Einem Testsieger wird bescheinigt, dass Psychosen, Neurosen u.s.w. mitversichert sind, in den Bedingungen findet man dann aber folgendes ….“ affektive und funktionelle Störungen sind ausgeschlossen“. Kann man eine versicherte Diagnose von einer nichtversicherten Diagnose so einfach trennen, gerade auf diesem Gebiet? Funktionelle Störungen zum Beispiel liegen dann vor, wenn es Beschwerden oder Krankheitsbilder gibt, aber offensichtlich kein organischer Grund dafür gefunden wurde. Dort einen Leistungsanspruch durchsetzen zu wollen wird schwer.

Auch der Leistungsbezug eines Testsiegers lässt unserer Meinung Raum für Interpretationen. So steht in den Bedingungen:

„ Die Invalidität wird danach bemessen, inwieweit die normale und geistige Leistungsfähigkeit unter ausschließlicher Würdigung verletzungs- oder krankheitsbedingter organischer …… Schädigungen
dauerhaft beeinträchtigt ist…….“

Wie das zu verstehen sein kann, zeigt dieser ältere Beitrag, Leistungsverweigerung steht auf dem Programm. Wie man deutlich sehen kann, bestimmt das Versorungsamt einen GdB von 50 und trotsdem wird noch die Leistung verweigert, bzw. erst auf öffentlichen Druck hin reagiert. Mit den richtigen Bedingungen spart man sich diesen Stress.

Unserer Meinung nach sollte man sich genau solche Fragen als Versicherungsnehmer stellen wenn es um Versicherungsschutz geht- Wie könnte die Versicherung die Leistung
im Schadenfall schmälern?

Eine Gesellschaft die in diesem Test weniger gut abgeschnitten hat, formuliert übrigens die Leistungsvoraussetzung wie folgt:

„Sie müssen die Invalidität durch Vorlage des Bescheids des deutschen Versorgungsamtes über die Schwerbehinderung nachweisen und geltend machen“
(Leistung ab GdB von 50)
Komisch, im Test schlechter abgeschnitten- aber im Leistungsfall ist der Kunde mit den
besser formulierten Bedingugen am Start. Eine absolut klare Aussage : „U
ns reicht der Bescheid des Versorgungsamtes „.-Wie gesagt, aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar,
wie solche Platzierungen bzw. Abwertungen absolut leistungsrelevanter Punkte passieren können.

Höhe der Leistung

Ebenso Schleierhaft ist die Bewertung nach Leistungshöhe. Viele Anbieter leisten meist ab einem Grad der Behinderung  von 50, da dann aber die volle Rente von 1000€. Einer der Testsieger zahlt nur eine Einmalsumme, diese kann aber stark nach unten abweichen, je nach Höhe des stark umschriebenen Invaliditätsgrades.

Viele weitere Punkte wären anzuführen, dieser Test sollte unserer Meinung nochmal unter besseren Bedingungen wiederholt werden. Fehlte die Zeit?
Bereits zum wiederholten Male setzt sich das sonst durchaus für gute Recherchen bekannte Blatt den Fragen der Fachwelt aus. „avanti dilettanti“ Postete man über den Finanztest Berufsunfähigkeitsversicherung 2013. Die unserer Meinung teilweise sehr fragwürdigen Ergebnisse dieses Testes amüsierten das Fachpublikum.  Bleibt zu hoffen das Finanztest wieder „back tot he roots“ unterwegs ist und sich auf alte Qualitäten besinnt, man tut der Leserschaft sonst keinen Gefallen.

Deutscher Ring – Krankenvollversicherung ohne Gesundheitsprüfung???

In einer Erprobungsphase öffnet der Deutsche Ring die Krankenversicherungstarife Esprit M und Esprit MX  für höherverdienende Angestellte.  Diese Öffnungsaktion ermöglicht Arbeitnehmern die aufgrund Ihres Gesundheitszustandes ein erhöhtes Risiko darstellen, die Aufnahme in die Tarifwelt der Deutschen Ring Krankversicherung.

Erhöhtes Risiko aufgrund des Gesundheitszustandes?

Wer die Annahmepolitik des DR kennt weiß, dass bereits kleinste Abweichungen von der „Gesundheitsnorm“ zur Ablehnung führen können,  dabei erweist sich auch auf Nachfrage die Risikoabteilung wenig flexibel.

Nun sollen aber Abreitnehmer aufgenommen werden die entweder einen hohen Risikozuschlag bekommen würden oder unter normalen Umständen sogar eine Ablehnung des Antrages hätten verkraften müssen.

Das ist die Chance!

Dieses Experiment ist zeitlich begrenzt.  Bis zum 15. 04.2015 läuft die Erprobungsphase.
Der Deutsche Ring stellt klar, dass alle in dieser Zeit aufgenommen  Personen auf Dauer die Konditionen aus der Testphase behalten. Eine Antragsannahme erfolgt dann mit maximal 30% Risikozuschlag, was im allgemeinen recht günstig ist, da der AG diesen u.U. zur Hälfte mitträgt.

Wer kann diese Chance nutzen?

Es gibt klare Richtlinien nach denen eine Aufnahme zu Konditionen der Öffnungsaktion  erfolgen  kann.

  1. gilt ausschließlich für Arbeitnehmer die erstmals versicherungsfrei sind ( Überschreiten der JAEG- Jahresarbeitsendgeldgrenze 52.200€ in 2013)
  2. Antragsstellung maximal 6 Monate nach Überschreiten der JAEG
  3. Versicherungsbeginn max. 3 Monate nach Antragstellung, keine rückwirkende Versicherung
  4. mind. 3 –jährige, ununterbrochene Vorversicherungszeit in der GKV
  5. Eintrittsalter maximal 55 Jahre
  6. gilt nur für Personen u. Berufsgruppen, die bisher auch nach Annahmerichtlinien versicherbar waren
  7. gilt auch für familienversicherte Ehepartner bzw. Kinder

Rosinenpickerei

Zuletzt stand die private Krankenversicherung öffentlich stark in der Kritik. Das Hauptargument- Rosinenpickerei. Man wählt nur die Gesunden aus und die weniger Gesunden müssen dann in die GKV, wo natürlich dann auch höhere Kosten von der Allgemeinheit der GKV Mitglieder zu tragen sei.
Aus diesem Grund erfolgt nun dieses Experiment, man möchte der o.g Argumentation entgegenwirken.

Eine schöne Aktion wie wir meinen, jedoch, wer mit offenen Augen durch diese Welt geht und die Prunkbauten der verschiedenen GKV- en sieht und die Gehaltslage der dort Angestellten kennt, ahnt schon, dass ein erheblicher Teil der Beiträge dort eben nicht für die Bezahlung von Behandlungskosten genutzt werden kann- das gibt es rechnerisch einfach nicht her. Der wahre Grund für das mediale PKV- Bashing liegt sicherlich woanders- wir werden es sicher bald erfahren.