Woran erkennt man eine gute Krankenversicherung für Beamte- Thema Opfer von Terrorakten, Kriegen oder bürgerkriegsähnlichen Unruhen.

Das Thema Beihilfeversicherung für Beamte ist vielschichtig, angefangen von den verschiedenen Beihilfeverordnungen bis zu den unterschiedlichen Vertragsbedingungen der privaten Anbieter von Beamtenversicherungen.
Wie bereits in den vorherigen Berichten zum Thema „gemischte Heilanstalten„, „Anschlussheilbehandlung “ und „Hilfsmittelkataloge“ erwähnt, kommt es auf die Formulierung der Vertragsbedingungen an, ob eine Leistung erfolgt oder ob der Versicherungsnehmer im Fall eines Falles zum Bittsteller wird.

Aus aktuellem Anlass, leider eskalieren in Ägypten wieder die Unruhen,  möchten wir das Thema auch für unsere Kunden, die teilweise in Ländern mit instabiler politische Lage Leben und Arbeiten, aufbereiten.
Ob Terrorakte abgesichert sind, ist nicht so leicht zu erkennen, subtil sind die Hinweise.
Folgendes Beispiel verdeutlicht dies recht gut:

Formulierungen der AVB:

Anbieter A:

…..Wir leisten jedoch generell nicht für:

  • · Krankheiten, Unfälle und Todesfälle, die jeweils durch Kriegsereignisse verursacht wurden oder als Wehrdienstbeschädigung anerkannt sind…..

Diese Einschränkungen gelten nicht, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

– Die versicherte Person wird im Ausland vom Eintritt eines Kriegsereignisses überrascht,
– sie nimmt an diesem Ereignis nicht aktiv teil und
– sie hat unverschuldet keine Möglichkeit, das betroffene Gebiet zu verlassen.

Anbieter B:

Keine Leistungspflicht besteht

a) für solche Krankheiten einschließlich ihrer Folgen sowie für Folgen von Unfällen und für Todesfälle, die durch Kriegsereignisse  verursacht oder als Wehrdienstbeschädigung anerkannt und nicht ausdrücklich in den Versicherungsschutz eingeschlossen sind;

Die Leistungseinschränkung für durch Kriegsereignisse verursachte Krankheiten einschließlich ihrer Folgen sowie für Folgen von Unfällen und für Todesfälle entfällt, wenn die versicherte Person außerhalb Deutschlands vom Eintritt eines solchen Ereignisses überrascht wird …...

Terroristische Anschläge zählen nicht zu den Kriegsereignissen

 

Fazit :  Anbieter A erwähnt Terrorakte gar nicht,  die Versicherung muss für durch Terroranschläge verursachte Verletzungen oder Erkrankungen nicht zahlen.

Anbieter B sagt im Kontext, dass terroristische Anschläge nicht den Leistungsausschlüssen hinzuzurechnen sind, bietet also Versicherungsschutz.

 

Was tun bei Reisen ins Ausland?

 

Ganz klar, vorher informieren.  Besteht die größere Wahrscheinlichkeit von Unruhen, sollte man sich vielleicht zweimal überlegen ins Krisengebiet zu reisen, Abenteuerurlaub sieht anders aus. Wer das nicht beherzigt kann unter Umständen das „ Aben“ weglassen und es wird nur „teuer“. Zum einen ist die eigene Gesundheit unbezahlbar zum anderen steht ja in den Bedingungen, das man „überrascht“ werden muss.
Wenn man wirklich im Ausland von solchen Ereignissen überrascht wird, sollte der Rückweg unverzüglich angetreten werden.
Wer so etwas schon einmal erlebt hat, wird wissen, dass dies gar nicht so einfach ist. Es herrscht dann im allgemeinen Panik, die Flughäfen sind voll, Flugpläne werden gekippt und die Übersicht geht verloren.
Sollte die Situation dann so aussehen wie beschrieben, besteht weiterhin Versicherungsschutz, bis das Land verlassen werden kann.

Öko Test – Kinderinvaliditätsversicherung 2013

Ein Kunde sandte mir einen Test der Zeitschrift ÖKO Test zu, in dem es um die
Kinderinvaliditätsversicherung geht. Bewertet wurden in einer Ausgabe aus dem Jahre 2013 14 Invaliditätsversicherungen, wobei die Versicherungskammer Bayern und die DEVK Testsieger waren.

Traditionelle, gute Tarife zum Beispiel der R&V, Barmenia oder Junior Schutz Plus vom Deutschen Ring kamen bei dieser Bewertung nur ins Mittelfeld.
Ergänzung: Test Kinderinvaliditätsversicherung aus Vermittlersicht

Zu den Fakten:

Eine Kinderinvaliditätsversicherung hat den Vorteil, dass eine Geldleistung erbracht wird, wenn das Kind zum Invaliden wird, unabhängig davon, ob die Invalidität durch Krankheit oder Unfall eintritt. Das ist eine sehr sinnvolle Versicherung, da die Pflegepflichtversicherung im Fall eines Falles zu Kostenkompensierung nicht ausreicht.
Alternativ kann man auch eine zusätzliche Pflegetagegeldversicherung abschließen, hat dann aber  meist die Pflegeeinstufung nach Sozialgesetzbuch- also Pflege nach Stoppuhr, wie es ein Mitbewerber einmal treffend formulierte.
Die Kinderinvaliditätsversicherung ist nur so gut, wie die Bedingungen, die einem solchen Vertrag zu Grunde liegen.
Die DEVK wurde bei o.g. Test als „gute Alternative“ bezeichnet, da eine Kapitalleistung schon ab 25 % Invaliditätsgrad gezahlt wird, was an sich sehr gut klingt.

 

Unterschiedliche Maßstäbe

Einige Anbieter der Kinderinvaliditätsversicherung beziehen zum Thema Leistung ganz klar Position. Da heißt es zum Beispiel:

In diesem Vertrag gilt als Invalidität eine Funktionsbeeinträchtigung, die auf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seelischen Zustand beruht und die nach dem Schwerbehindertengesetz einen Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50 erreicht.

Ganz klar wird hier dargelegt, dass die Einstufung nach geltendem Schwerbehindertenrecht erfolgt.

Bei der DEVK hingegen ist die Rede von Leistung ab 25% Invaliditätsgrad, was hat das zu bedeuten?

Auflösung:
Im Schwerbehindertenrecht gibt es keine Prozentangaben, da gibt es nur „Grad der Behinderung“ und dazu eine Zahl, zum Beispiel die 50.
Hat die DEVK einen anderen Bewertungsmaßstab? Hängt das vielleicht mit der in den Bedingungen DEVK41017_gueltig_ab_01_06_2013 ( Seite 38) genannten Gliedertaxe zusammen? Dort sind nur Körperteile mit einem Prozentgrad taxiert, sowie der Geschmacksinn, Gehör auf einem Ohr und der Geruchssinn.
Wie kann dort eine Invalidität von 25 % aufgrund Krankheit hergeleitet werden?
Wir wissen es nicht, Aufklärung wäre schön.

Die Bedingungen zum Thema Leistungsfall:

Einige Anbieter der Kinderinvaliditätsversicherung bieten folgendes:

Der Leistungsfall:
8 Was müssen Sie im Leistungsfall beachten? (Obliegenheiten)
Ohne Ihre Mitwirkung können wir die vereinbarte Versicherungsleistung nicht erbringen.
8.1 Bestehen bei der versicherten Person Gesundheitsstörungen, die zur Invalidität nach Ziffer 2.1 führen können, müssen Sie beim zuständigen Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweisbeantragen.
8.2 Die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises müssen Sie uns unverzüglich, spätestens jedoch ein Jahr nach der Ausstellung des Ausweises, anzeigen.
8.3 Das von uns daraufhin übermittelte Formblatt müssen Sie wahrheitsgemäß ausfüllen und unverzüglich an uns zurücksenden. Die von uns darüber hinaus geforderten sachdienlichen Auskünfte müssen Sie uns in gleicher Weise erteilen.
8.4 Wird der Grad der Behinderung vom Versorgungsamt auf einen Grad von weniger als 50 herabgesetzt, müssen Sie uns das innerhalb eines Monats mitteilen.
8.5 Stirbt die versicherte Person während der Rentenzahlung, müssen Sie uns den Tod innerhalb von drei Monaten mitteilen.

Fazit:
Das Versorgungsamt übernimmt die Bestimmung des GdB ( Grad der Behinderung ) und entscheidet somit über die Leistung der Kinderinvaliditätsversicherung.
Fällt der „Gdb“ auf unter 50, ist die Versicherung raus, im Umkehrschluss besteht
Zahlungsverpflichtung, solange der GdB bei 50 und mehr liegt- klare Formulierung!
Das Versorgungsamt ist darüber hinaus eine öffentliche Einrichtungen und unabhängig von den Anbietern der Kinderinvaliditätsversicherung.

Wie formuliert das ein anderer Anbieter?

§10 Der Leistungsfall

Punkt I

I Nach einem Unfall oder nach Eintritt einer Krankheit, die voraussichtlich eine Leistungspflicht herbeiführen, ist unverzüglich ein Arzt hinzuzuziehen und der Versicherer zu informieren.
Der Versicherungsnehmer als auch der Versicherte haben den ärztlichen Anordnungen nachzukommen und auch im Übrigen die Unfall und Krankheitsfolgen möglichst zu mindern.

Hmmm- Kann mir dann ein Sachbearbeiter die Leistung verwehren, wenn er der Meinung ist, dass ich nicht genügend die Unfall und Krankheitsfolgen gemindert habe?

Punkt III
III Der Versicherungsnehmer hat darauf hinzuwirken, dass die vom Versicherer angeforderten Berichte und GUTACHTEN alsbald erstattet werden.

Ich muss mich um die Gutachten und Berichte kümmern? Muss ich die Gutachten auch selbst bezahlen????

Punkt IV

IV Der Versicherte hat sich von den vom Versicherer beauftragten Ärzten untersuchen zu lassen. Die notwendigen Kosten einschließlich eines dadurch entstandenen Verdienstausfalles ( bei Kindern wohlgemerkt) trägt der Versicherer

Hat die Versicherung das letzte Wort, wenn es um die Leistung geht? Explizit wird auf diese Möglichkeit der Untersuchung durch vom Versicherer benannte Ärzte hingewiesen.
Das heißt nicht, dass die Versicherung in jedem Fall davon Gebrauch machen wird, sie könnte aber.
Warum werden diese Kosten laut Bedingungen übernommen, die Kosten für eventuelle Gutachten die der Kunde zu bringen hat ( Punkt III) ,dagegen nicht ?

Sind das nicht die Punkte, die die Leistungsfähigkeit einer Versicherung im Schadenfall
ausmachen? Wenn ein Kind zum Invaliden wird, ist die Belastung in der Familie sowieso bis aufs äußerste gespannt. Wer in dieser Zeit zusätzliche Stress vermeiden kann, zum Beispiel durch besonders verbraucherfreundliche Bedingungen, wird das zu schätzen wissen.
Wer ein Kostenrisiko auslagern möchte, sollte mehr denn je auf die Vertragsbedingungen
achten. Nur diese entscheiden im Ernstfall, ob die finanzielle Unterstützung durch den Versicherer gewährt wird, und die soziale Stellung der Familie gewahrt bleibt.
Wer auf klare und eindeutige Vertragsinhalte wert legt, kommt eben nicht an den
schon länger bekannten Anbietern wie Basler Versicherung ( ehem. Deutscher Ring) oder R&V ( Aufzählung definitiv nicht abschließend) vorbei.

 

Woran erkennt man eine gute Krankenversicherung für Beamte?

Teil 2 :Anschlussheilbehandlungen AHB

Nachdem im ersten Teil geklärt wurde, wo die Tücken der Krankenversicherung für Beamte im Bereich der gemischten Heilanstalten liegen, möchten wir auf einen weiteren Punkt hinweisen, die Anschlussheilbehandlung oder auch besser bekannt als Reha.

Eine Anschlussheilbehandlung folgt einer stationär behandelten Krankheit, oder stationär behandelten Unfallfolgen. Doch viele Beamte staunen nicht schlecht, wenn bei der privaten Beihilfeversicherung  die AHB ( Anschlussheilbehandlung ) verwehrt wird. Man sollte meinen so etwas gibt es nicht, aber weit gefehlt, einige Anbieter legen Wert darauf, solche Behandlungen abzulehnen. Das scheint wohl irgendwie den „guten Ruf“ zu fördern, wie wissen wir zwar nicht, aber es muss ja einen Grund haben solche fundamentalen
Grundleistungen abzulehnen.
Auch hier dürfte ein frustrierter Wechsel der Versicherung nicht mehr möglich sein, denn wer eine Reha benötigt, wird oft die Gesundheitsprüfung für einen Anbieterwechsel nicht mehr hinbekommen-also Prüfe wer sich ewig bindet!

So finde ich den besten Anbieter

Die Regelungen zur AHB finden sich in den Musterbedingungen der Krankenversicherung für Beamte.
Eine Variation für eine Formulierung der AHB ist zum Beispiel diese hier:

Es muss sich um eine medizinisch notwendige Weiterbehandlung (Anschlussheilbehandlung) nach einem Aufenthalt im Akutkrankenhaus handeln,

  • · die Behandlung muss innerhalb von 14 Tagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beginnen,
  • · wir müssen vor Beginn der Behandlung eine schriftliche Zusage zur Höhe unserer Erstattungsleistung erteilt haben.

Klingt gut? Ist es aber nicht!

Wozu ist es notwendig eine vorherige schriftliche Kostenübernahmeerklärung von der Versicherung zu bekommen wenn es sich um eine medizinisch notwendige REHA handelt?  Es gibt Anschlussheilbehandlungen, die erst 4 Wochen nach der Krankenhausentlassung angetreten werden, z.B. nach Bestrahlungen oder Schlaganfällen. Man ist zeitlich eingeschränkt und benötigt eine Zusage, welche die Versicherung laut den Bedingungen geben kann, aber nicht muss.

Hier gibt’s noch eine:
Die Kosten werden bei den unten aufgeführten Diagnosen ebenfalls ohne vorherige schriftliche Leistungszusage im Fall einer medizinisch notwendigen Weiterbehandlung im Anschluß an die stationäre Behandlung erstattet, wenn die Anschlussheilbehandlung innerhalb von 4 Wochen nach Entlassung aus dem Akutkrankenhaus beginnt, wobei der Entlassungstag bei der Berechnung der Frist nicht mitzählt:

Herztransplantationen
Bypassoperationen
akutem Herzinfarkt und/oder Reinfarkt
Bandscheibenoperationen
Gelenkersatzoperationen
Hirninfarkt und -blutung (Schlaganfall)
schweren Schädel–-Hirnverletzungen
Krebsoperationen bzw. –bestrahlungen

Klingt besser? Stimmt, viel Besser! Keine vorherige schriftliche Bestätigung notwendig und 4 Wochen Zeit zur Behandlung.   Aber wäre es nicht besser wenn diese AHB Regelung ohne Begrenzung auf bestimmte Vorfälle formuliert wäre?

 

Vielleicht so?:

…… medizinisch notwendige stationäre Anschlussheilbehandlungen(AHB)müssen  innerhalb von 4 Wochen nach der stationären Akutbehandlung angetreten werden……

 Ist das die Optimale Lösung? Es kommt dem zumindest sehr nahe. Es ist keine vorherige schriftliche Kostenübernahme notwendig, es gibt eine 4 Wochenfrist anstatt einer 2 Wochenfrist zum Beginn der AHB. Eine Begrenzung auf bestimmte Erkrankungen besteht auch nicht.

Auch hier sind wieder die üblichen Verdächtigen die, die schlechte Regelungen in den Bedingungen für oder besser gegen den Kunden bereithalten.
Am besten man liest selbst genau nach. Wenn die Bedingungen als PDF geliefert werden ist das recht einfach. Über die „Suchen“ Funktion die Begriffe „ AHB“ oder „Rehabilitationsmaßnahmen“ oder „Anschlussheilbehandlungen“ eingeben und schauen was die Suche hergibt. Wer nicht in den Bedingungen suchen will und einen Tipp will, ist unter anderem bei dieser Beamtenversicherung gut aufgehoben.

 Fazit:

Beim Thema „Anschlussheilbehandlung“ kommt es auf den Text der Bedingungen an, man sollte darauf achten dass:

-keine vorherige schriftliche Leistungszusage eingeholt werden muss (Die Versicherung kann diese geben, muss es aber auch letztlich nicht)

-keine Begrenzung auf bestimmte Erkrankungen

-wenn möglich ohne zeitliche Begrenzung nach dem Krankenhausaufenthalt, wenn das nicht möglich ist, sollte wenigstens eine 4 Wochenfrist vorhanden sein

Weitere Themen :

Woran erkennt man eine gute Krankenversicherung für Beamte? Teil 1 Gemischte Heilanstalten

 

Woran erkennt man eine gute Krankenversicherung für Beamte?

Teil 1: Gemischte Heilanstalten

Eine gute Krankenversicherung für Beamte mit Beihilfeanspruch zu finden ist gar nicht so einfach. Auf den ersten Blick bieten alle Gesellschaften in den Werbeprospekten das gleiche Programm:

Einbettzimmer, Chefarztbehandlung als Privatpatient und günstige Beiträge.

Wer meint, dass man Werbeprospekten grundsätzlich mistrauen sollte, liegt völlig richtig. Es verhält sich mit den Angaben in solchen Prospekten grundsätzlich wie mit den Verbrauchsangaben von neuen Autos. Man kann machen was man will, irgendwie verbraucht der „neue“  locker 30% mehr als im Katalog angegeben.
Das schöne bei Autos: wenn sie nicht halten was versprochen wurde, fliegen die Karren wieder raus. Wenn man eine Krankenversicherung braucht und merkt, dass die doch nichts taugt, kann man die Krankenversicherung meist nicht mehr wechseln. Ist man erst einmal  in der Situation wirklich die Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu müssen, lässt der Gesundheitsstatus einen Wechsel nicht mehr zu.

Es gibt bis zu 1400 Punkte, die bei einer privaten Krankenversicherung Beachtung finden können, einige möchten wir hier näher beleuchten. Dabei werden Sie sehen, dass Chefarzt und Einbettzimmer eine tolle Option sind, aber nur wenn die Basics des Vertrages stimmen. Grundsätzlich gilt: Die Einschränkung des SGB V, die für die gesetzliche Krankenversicherung gelten, gelten nicht für die privaten Anbieter.
Der Patient hat bei der privaten Krankenversicherung  immer Anspruch auf „Heilung und Behandlung nach ärztlicher Kunst“. Im Gegensatz dazu leistet die GKV nach folgender Definition(§ 12 SGB V): „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“

Doch auch private Anbieter können in den Vertragsinhalten kostspielige Ausschlüsse aufweisen.

Gemischte Heilanstalten

Krankenhäuser, die auch Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen vornehmen und nicht nur Akutbehandlungen durchführen, gelten als gemischte Heilanstalten.
In einigen Regionen können 30% der Krankenhäuser sogenannte gemischte Heilanstalten sein.
Das Problem: Viele Beihilfeversicherungen sehen in den Musterbedingungen vor, dass die Kostenübernahme für Behandlungen in diesen gemischten Heilanstalten nur nach vorheriger schriftlicher Zusage durch die Versicherung erfolgt.
Auch bei Akutfällen gibt es keine Ausnahmen, zumindest nicht in den Bedingungen. Geht es nach einigen Anbietern, müsste man theoretisch noch vor Einlieferung in ein Krankenhaus irgendwie an eine schriftliche Kostenübernahme des Versicherers kommen. Machen Sie das mal, wenn Sie im Krankenwagen liegen und gerade mit „Überleben“ beschäftigt sind. Vielleicht ist es auch weniger dramatisch und Sie haben sich nur die rechte Hand gebrochen. Auch in diesem Fall dürfte es schwierig sein, die Telefonnummer der Versicherung zu wählen. Außerdem dürften Sie nach den Bedingungen nur Montags bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr in einen Notfall geraten, oder glauben Sie, dass es schriftliche Kostenübernahmen am Freitag um 18 Uhr gibt…..oder am Wochenende…….oder zur Karnevalszeit ?

Nur wer in seiner Beihilfeversicherung über Vertragsbedingungen verfüg,t die ausdrücklich regeln, dass Behandlungskosten in solchen gemischten Heilanstalten auch ohne vorherige schriftliche Zusage übernommen werden, und zwar bei Akutbehandlungen sowie bei regulären Behandlungen, braucht keine Angst haben zum Schluss auf den Behandlungskosten sitzen zu bleiben.

Es gibt einige Versicherungen, die standartmäßig für ihre Kunden die vorteilhaften Vertragsbedingungen vereinbart haben,  zum Beispiel mit den Tarifen für Beamte

 

Hier : Urteil Gemischte Anstalt

 

Naturheilpraktiker und Naturheilverfahren GKV – kein Problem mit der richtigen Zusatzversicherung !

Im Laufe der letzten Jahre gab es permanent Einsparungen im Gesundheitssystem, die schon teilweise extreme Ausmaße angenommen haben. Die Leistungen der GKV ( gesetzl. Krankenkasse) wurden Schritt für Schritt reduziert, wobei der Beitrag sich Schritt für Schritt erhöhte.
Die Verschlechterung der Leistung und die Erhöhung der Preise erfolgte dabei schleichend, wären die Verschlechterungen der letzten 15 Jahre in einer Regierungsperiode erfolgt, hätte es einen Aufstand gegeben, von den Patienten und von den Ärzten.
Wer mehr für seine Gesundheit tun will als die „0815 Behandlung“ hergibt, stößt schnell an die Grenzen, ab Überschreitung zahlt man selbst.
Für das aufgeweckte Kind gibt es von der Kasse Ritalin, Heilung ist nicht vorgesehen. Für Leute mit Bluthochdruck gibt es Tabletten von der Kasse, Heilung ist nicht vorgesehen- warum auch, es spült ja Geld in die (Pharma+Steuer)Kassen. Wer diesem Kreislauf entkommen will, zahlt dies also selbst. Es gibt jedoch die Möglichkeit, ausgesuchte Zusatzversicherungen dafür abzuschließen- jedoch kommt es am Ende auf den Vertragsinhalt an, ob die Versicherung auch das absichert, was Sie wollen. Auf folgende Vertragsinhalte sollten Sie achten:
Das Highlight- auch wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethoden werden bezahlt.

Wer mehr für seine Gesundheit tun will, kann das mit einigen wenigen Zusatzversicherungen kostenseitig abdecken. Wichtig dabei, achten Sie auf die Formulierung in den Vertragsbedingungen, dass auch wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethoden bezahlt werden. Das ist Ihre Exit Strategie aus dem Schulmedizinsystem, wenn Sie es denn wollen.
Für kleines Geld gibt es zum Beispiel die Zusatzversicherung  Tarif „ambulant Plus“. Im Paket mit der Zahnspangenversicherung und der Krankenhausversicherung würde diese Zusatzversicherung für Kinder gerade einmal 30€ Kosten, als Einzeltarif kommt man unter 10€ weg.

Was wäre zum Beispiel Versichert?

Durch die Formulierung, dass auch wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethoden bezahlt werden, sind zum Beispiel die Kosten für Akkupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Neuraltherapie, Eigenbluttherapie erstattungsfähig.  Darüber hinaus werden auch physikalische Verfahren wie Massagen, Elektrotherapie, Hydrotherapie oder auch Thermotherapie erstattet. Die wenigsten Zusatzversicherungen haben einen so umfänglichen Versicherungsschutz. Je nach Tarif gibt es Höchstgrenzen für jährlich erstattungsfähige Kosten, diese liegen zwischen 500 und 1500€ pro Jahr was reichen sollte.
Darüber hinaus sollten folgende Dinge in der einfachen ambulanten Zusatzversicherung abgesichert sein:

  • Gesetzl. Zuzahlungen bei Arzneimitteln, Verbandmitteln, Haushaltshilfen, Heilmitteln und Hilfsmitteln
  •  Auslandreiseversicherung mit guten Vertragsbedingungen!
  • Brillen und Kontaktlinsen – oder entsprechende Laser Behandlungen für die Augen ( LASIK / LASEK)
  • Hilfsmittel ( z.B. lebenserhaltende Hilfsmittel wie Heimdialyse, Herzüberwachungsmonitore, Schlafapnoeüberwachung, Rollstühle, Prothesen) auf Kostenbegrenzung achten.
  • Naturheilkunde, wie oben beschrieben

Steigerungsform Restkostenversicherung- Privatpatient trotz GKV Mitgliedschaft
Wer eine Komplettlösung als GKV Versicherter will, kann dies auch bekommen. Man beantragt eine ambulante Restkostenversicherung am Markt und stellt seinen GKV Vertrag vom Sachleistungsprinzip auf das Kostenerstattungsprinzip um. Man ist dann nicht mehr Kassenpatient, sondern Privatpatient. Die dadurch entstehenden erheblichen Mehrkosten bei Behandlungen werden durch die Restkostenversicherung übernommen. Wer sich konsequent aus dem Kassensystem verabschieden will, sollte sich diese Möglichkeit genauer ansehen.

Achtung Selbstbeteiligungen! Beihilfe für Beamte

Grundsätzliches:

Beamte, Beamtenanwärter sowie Referendare und Beamte in Ausbildung haben einen Beihilfeanspruch wenn es um Behandlungs- oder Krankenkosten geht. Die Höhe des Beihilfeanspruchs ist abhängig vom Beihilfeträger( Bundesland oder Bund)  und von der individuellen Situation des Beamten ( Single, Verheiratet mit oder ohne Kinder).
Aus diesen Parametern ergibt sich ein prozentualer Beihilfesatz. Der Beihilfeträger beteiligt sich also je nach Einstufung mit 50% bis 80% an den Behandlungskosten. Die Lücke zu 100% Kostendeckung sollte mit einer gesetzlichen oder privaten  Krankenversicherung  geschlossen werden.
Die gesetzliche Krankenversicherung ( GKV ) bietet keine speziellen Tarife für Beamte, hier sind immer 100% des Beitrages zu zahlen. Die privaten Anbieter bieten spezielle Policen an, die nur den Beitrag benötigen, die für die jeweilige Differenzdeckung der Krankenkosten anfallen. Bei 50% Beihilfesatz muss die private Krankenversicherung auch nur 50% der Kosten tragen, benötigt daher auch nur 50% der eigentlichen Prämie und ist somit auch günstiger als die GKV. Mehr Informationen zu solchen speziellen Tarifen findet man zum Beispiel hier: Beihilfeversicherung

Achtung Selbstbeteiligungen !

Je nach Beihilfeverordnung können verschiedene Selbstbeteiligungen im Krankheitsfall auf den Beamten zukommen.  Diese Selbstbeteiligungen sind in der Beihilfeverordnung  geregelt und können je nach Bundesland auch unterschiedlich sein.
Die Beihilfeverordnung des Landes NRW zum Beispiel hat unter anderem Selbstbeteiligungen im Bereich des stationären Aufenthaltes. Wählt der Beihilfeberechtigte 2 Bettzimmer und Chefarzt, wird er die ersten 30 Tage mit 15€ pro Tag für das Zimmer und 10€ pro Tag für die Chefarztbehandlung (wahlärztliche Behandlung) zu Kasse gebeten.
Hat der Beamte eine private Beihilfeversicherung abgeschlossen die 2 – Bettzimmer und Chefarzt bezahlt, hat er trotzdem die o.g. Selbst-beteiligungen zu tragen, es sei denn, im privaten Kranken-versicherungsvertrag ist die Übernahme der beihilfeseitigen Selbstbeteiligungen zusätzlich abgesichert. Nicht jede Gesellschaft bietet solch eine Vertragsoption an.
Weitere Selbstbeteiligungen oder Abzugsbeträge können in den Bereichen Arznei und Verbandmittel, Transportkosten und auch bei Hilfsmitteln entstehen.
Hier können empfindliche finanzielle Belastungen auf den Patienten zukommen. Man sollte also auf jeden Fall darauf achten, solche Selbstbeteiligungen und Abzugsbeträge im privaten Vertrag  abgesichert zu haben.
Die Zeiten der Sparprogramme sind angebrochen, das gilt auch für den Sektor der Länderfinanzen. Restrukturierungsprogramme erzeugen Kosteneinsparungen die als notwendig erachtet werden.
Wer sagt denn, dass die Selbstbehalte und Abzugsbeträge in der Beihilfeverordnung nicht  erhöht werden im Laufe der nächsten Jahre?